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One Battle After Another

One Battle After Another
USA 2025, Laufzeit: 162 Min., FSK 16
Regie: Paul Thomas Anderson
Darsteller: Leonardo DiCaprio, Teyana Taylor, Sean Penn, Chase Infiniti, Regina Hall, Benicio Del Toro
>> www.warnerbros.de/de-de/filme/one-battle-after-another

Meine Meinung zu diesem Film

Donalds Amerika
Matt513 (274), 24.02.2026

Auf die Gefahr des Vorwurfs hin, der Bezug auf den amerikanischen Präsidenten sei in diesen Zeiten, wo seine Tiraden beständig die Schlagzeilen füllen, ja wohl ein wenig wohlfeil – Anderson ist es gelungen, einen Film über Trumps Amerika zu machen, ohne daß Trump darin vorkommt.

Daß seine Regiearbeit stets Distanz zum Thema wahrt, wodurch sein Werk cineastisch sehenswert bleibt und nicht zum platten politischen Statement gerät (zu Beginn drohte dies kurz), kann als Verdienst gelten – oder, siehe oben erwähnte Zeiten, als Akt der Vorsicht.

In Nahperspektive setzt er die Entwicklungen, die man aus der Ferne bzw. obigen Schlagzeilen mitbekommt, in Bilder um. Nach dem Kinogang letzten Herbst war nicht absehbar, welche tragische Aktualität sie -leider- noch gewinnen würden. Abschiebelager, Einsatz bewaffneter Kräfte im Inneren, die sich mehr wie schießwütige Milizen denn wie Beamte aufführen, kurzum wie ein (hier im Film gestaltloser) Machtprimat das Aufbegehren der Opposition mit blanker Repression beantwortet. Sowie beispielhaft für die Brutstätten des neuen Denkens, ein Hinterzimmer-Zirkel netter, einflußreicher Senioren mit Herrenmenschen-Anspruch. Schließlich, was in nicht allzu ferner Zukunft noch hinzukommen mag, der bewaffnete Widerstand gegen das System.

In diesem also wirklich gut gemachten Film, idiotischerweise mal als schwarze Komödie bezeichnet, ist dann ein Di Caprio zu besichtigen, wie der von ihm gespielte “Ghetto” Pat kaum Adhäsion zur Handlung aufweist. Nicht zum ersten Mal, siehe Once Upon a Time in Hollywood, muß man sagen. Ein bekiffter Altjunkie und das ausgerechnet im Bademantel, ach, déjà-vu mindestens seit Pulp Fiction; Di Caprio wirkt wie seine eigene Karikatur.

Viel eindringlicher ist der von Penn gespielte Colonel Lockjaw. Er ist gewissermaßen das menschliche Destillat, ja die Quintessenz eben jenes obigen Amerikas. In der klassischen Lesart erwartete man von einem Offizier eigentlich einen integeren Charakter. Hier jedoch gewissenlos, korrumpierbar, mit Leiche im Keller. Ein universal soldier wie aus Donovans Song; das willige Werkzeug, das seine Nation in ihre nicht immer sauberen Kriege entsandte. Meisterlich nicht nur die sparsame Mimik, mit der Penn diese komplexe Figur erstehen läßt. Gewissermaßen um all das Vorgenannte zusätzlich auf den Punkt zu bringen, verleiht er seinem Lockjaw eine Gehbehinderung, wohl von einer Kriegsverletzung, die dessen schiefes, zerrissenes Wesen auch gestisch unterstreicht.

Warum Di Caprios und nicht Penns Konterfei das Kinoplakat prominent ausfüllt, weiß keiner. Penns große Kunst besteht darin, daß er überzeugend zu einem ganz anderen auf der Leinwand zu werden vermag, während Di Caprio, es tut mir leid das zu schreiben, von wenigen Ausnahmen abgesehen oft ähnlich spielt, deshalb ein Stück weit sich selbst? Auch die Oscar-Nominierungen muß man nicht verstehen. Die von Penn ist zwingend. Neben der für Di Caprio irritiert dann auch jene für Del Toro, einfach weil sein St. Carlos kaum für Nachhall sorgt. Die letzten Jahre gewinne ich eh den Eindruck, es reiche schon, im richtigen Film dabei gewesen zu sein, dazu das richtige Marketing und ja, auch schon die Strecke an erfolgsträchtigen Filmen im Resümee stehen zu haben und schon flutscht die Oscar-Nominierung wie von selbst. Beim britischen Filmpreis hat Andersons Film bereits überzeugt. Es bleibt dann abzuwarten, wie die Academy ihn gegen den großen Favoriten des Abends wägen wird.

Ein dicker Brocken
Raspa (405), 14.10.2025

So würde ich diesen Film grob charakterisieren, der eine ziemlich wilde Mischung aus den Elementen revolutionäre Aktion, Verfolgungsjagden, skurrile Figuren, Amerikakritik, aber auch Witz und Humor enthält. Ich bin ganz froh, dass ich ihn auf Deutsch gesehen habe, denn ich vermute, dass man mit der Sprache einiger Akteure sicher erhebliche Schwierigkeiten gehabt hätte. In dem Teil, in welchem del Toro eine wichtige Rolle spielt, kann es nicht schaden, wenn man einige spanische Sprachkenntnisse hat - untertitelt sind diese Passagen nämlich nicht.
Die Darsteller und Darstellerinnen füllen ihre Charaktere mit großer Verve aus, allen voran DiCaprio, der manchmal wie eine Wiedergeburt des Big Lebowski wirkt, und Penn, der herrlich fies als Steven Lockjaw ( treffender Name! ) agiert.
Fast erstaunlich, dass Hollywood heute noch solch einen alles andere als leicht verdaulichen Film hinbekommt, den man sich gerne auch zweimal ansehen könnte, um alle Finessen zu erfassen.

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