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Gruppenbild mit Regisseurin Regina Schilling und Editorin Carina Mergens
Frank Brenner

Einmalig in der deutschen Filmszene

29. Mai 2026

„Ingeborg Bachmann – Jemand, der einmal ich war“ im Weisshaus – Foyer 06/26

Donnerstag, 28. Mai: Bereits zum 18. Mal werden 2026 von Filmszene Köln e.V. (ehemals KINOaktiv e.V.) die Kölner Kino Nächte veranstaltet. Der Zusammenschluss aus 21 Kölner Filminitiativen präsentiert noch bis zum 31. Mai an vier Tagen an siebzehn verschiedenen Kölner Spielstätten 50 Filme, die das Publikum mit dem Einlösen von nur einem Ticket anschauen kann. Die feierliche Eröffnung des diesjährigen Programms fand am Donnerstagabend bei bestem Wetter im Weisshaus-Kino in Köln-Sülz statt, wo man in Anwesenheit von Regisseurin Regina Schilling und ihrer Editorin Carina Mergens deren neuen hybriden Dokumentarfilm „Ingeborg Bachmann – Jemand, der einmal ich war“ präsentierte. Gemeinsam eröffneten die Organisatoren Joachim Kühn, Dirk Steinkühler und Felix Kunert von der Kinogesellschaft Köln mit Caroline Nokel von der Filmszene Köln den Abend. Kühn freute sich, dass bei den Kölner Kino Nächten einmal mehr die freie Szene Kölns mit gewerblichen Kinos gemeinsame Sache machten und so das vielfältige filmische Schaffen der Domstadt abbilden würden. Auch die Tatsache, dass für den Eröffnungsfilm mit Regina Schilling eine Kölner Filmschaffende gewonnen werden konnte, strich der Organisator heraus. Für ein Grußwort war auch die Kulturamtsleitern Kölns, Dr. Juana von Stein, zum Premierenabend ins Weisshaus gekommen.


Caroline Nokel und Felix Kunert von den Kölner KIno Nächten, Foto: Frank Brenner

Lebendige Kinolandschaft Kölns

Von Stein, betonte, dass sie die bunte Mischung aus Kinder-, Spiel-, Musik- und Dokumentarfilmen, aus Genrewerken und Kinoklassikern, die die Kölner Kino Nächte alljährlich präsentierten, ausgesprochen gern unterstützen würde. Dies sei insbesondere bei immer schlechter werdenden finanziellen Mitteln umso wichtiger. Von Stein schätze die Kölner Kino Nächte, weil hier Synergien entstünden und die Durchführung nur durch gemeinsame Anstrengungen möglich sei. Dieser Schulterschluss der Filmbranche käme ihr deutschlandweit einmalig vor. An diesen vier Tagen nähme die ganze lebendige Kinolandschaft Kölns teil und brächte dabei Filme an ungewöhnliche Orte, um auf diese Weise auch ganz neue KinozuschauerInnen zu gewinnen und ein Programm für die ganze Stadt zu bieten. Der ungewöhnliche Eröffnungsfilm des Abends, „Ingeborg Bachmann – Jemand, der einmal ich war“ von Regina Schilling, hatte erst wenige Tage zuvor seine Deutschlandpremiere auf dem DOK.fest München gefeiert und wurde nun erstmals in der Heimatstadt der Regisseurin aufgeführt. Schilling erläuterte im Weisshaus-Kino, dass ihr Montagebuch, wie sie ihr Drehbuch lieber bezeichnet, bereits beinhaltet habe, dass es Improvisationen und „Neben-der-Kamera-Szenen“ geben würde, in denen Hauptdarstellerin Sandra Hüller auch außerhalb ihrer Rolle präsent sein sollte, um zu veranschaulichen, dass hier „kein klassisches Reenactment stattfinden soll.“


Kulturamtsleiterin Juana von Stein, Foto: Frank Brenner

Bachmann durch ihre Texte sichtbar machen

In der Vergangenheit hatte es schon einige Filme über die legendäre Schriftstellerin gegeben, in denen diese aber immer nur als Teil ihrer Beziehungen zu anderen Prominenten wie Paul Celan und Max Frisch inszeniert worden sei. „Ich wollte die Ablagerungen um sie herum abtragen, ihre Männergeschichten eher ausklammern. Diese sollten hier nicht im Mittelpunkt stehen, sondern die Schreibende selbst“, kommentierte Regina Schilling. Zum schwierigen Schnittprozess des Films merkte Editorin Carina Mergens an, dass sie zunächst das neu gedrehte Material mit Hüller aneinandergereiht hätten, um anschließend das Bachmann-Archivmaterial dazwischen zu stellen. Da dies nicht sofort zum gewünschten Ergebnis führte, hätten die beiden gemeinsam viel ausprobiert, so dass der Prozess zu einer wahren Fleißarbeit geworden wäre. Bei ihren Recherchen zum Film habe Schilling zwar auch noch mit Bachmanns jüngerem Bruder gesprochen, hätte sich aber generell „nicht auf die Suche nach Zeitgenossen gemacht“. Stattdessen wollte die Regisseurin ihr eigenes Bild der Schriftstellerin aus deren Schriften und Archivaufnahmen bauen und Ingeborg Bachmann „vor allem durch ihre Texte sichtbar machen.“ Auf eine Publikumsfrage nach Schillings Motivation, sich filmisch mit Bachmann auseinanderzusetzen, erklärte diese, dass es insbesondere deren Komplexität, Widersprüchlichkeit und Ambivalenz gewesen seien, die sie an diesem Thema fasziniert hätten. Passend zu Bachmanns 100. Geburtstag in diesem Jahr kommt dieser ungewöhnliche Film ab dem 25. Juni auch bundesweit regulär in die Kinos. Die Kölner Kino Nächte bieten noch bis Sonntag ihr abwechslungsreiches cineastisches Programm in der ganzen Stadt zum unschlagbaren Kombiticketpreis von 20 Euro an.


Carina Mergens und Regina Schilling beim Publikumsgespräch, Foto: Frank Brenner
Frank Brenner

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