choices: Herr Piana, vertragen sich Geschäft und Besinnlichkeit?
Manfred Piana: Jeder Mensch hat sein eigenes Verständnis von Besinnlichkeit. Das kann religiös geprägt sein, sich auf die Familie oder Freunde beziehen, mit denen man die Vorweihnachtszeit gemeinsam begeht.
Die Umsätze des Einzelhandels steigen, die Selbstmordrate sinkt. Festliche Besinnlichkeit hilft einer depressiven Gesellschaft freilich nicht auf Dauer. Die Lösung: mehr Gleichheit für alle.
choices: Herr Münker, wie funktionieren Blogs im Social Web?
Stefan Münker: Wie andere Formate im Web 2.0 auch existieren Blogs nur, weil und wenn wir sie benutzen. Zugleich wird damit eine spezifische Differenz deutlich, die ihre Medialität von der anderer Medien abgrenzt. Mit dem Web 2.0 ist historisch zum ersten Mal eine massenhafte Nutzung gemeinschaftlich geteilter, interaktiver Medien nicht nur möglich, sondern wirklich. Das allein ist eine ziemlich aufregende Entwicklung. Diese Wirklichkeit konnte lange Zeit nur als utopische Vision einer demokratischen Medientechnik beschworen werden.
choices: Herr Töpel, warum bloggt die c/o pop gleich zweimal?
Fabian Töpel: Zunächst bloggte nur die c/o pop. Der Blog diente nur der aktuellen Dokumentation von Festival und c/o pop Convention. Seit aus der Convention die C’n’B, Creative Business Convention, wurde, bloggen wir auf zwei Kanälen, da es sich um zwei unterschiedliche Formate und Zielgruppen handelt. Während sich der c/o pop-Blog auf Popkultur fokussiert, beschäftigt sich der C’n’B-Blog mehr mit Themen aus den verschiedenen Bereichen der Kreativwirtschaft. Dabei erzeugen wir vermehrt eigene Inhalte, greifen aber auch auf externe Quellen im Netz zurück, solange sie uns interessant erscheinen. Inzwischen produzieren wir über das ganze Jahr verteilt Inhalte.
choices: Frau Wiedenfeld, ist vorstadtprinzessin.com Ihr erster Blog?
Natascha Wiedenfeld: Nein. Angefangen habe ich mit zwei kleineren Blogs, die sich aber nicht lange hielten. Es fehlte damals einfach die Zeit. Mit meinem jetzigen Blog habe ich aber schnell gemerkt, dass es nun mehr als eine weitere Phase ist. Ein Ende ist noch lange nicht in Sicht!
„Köln ist bunter und oft erfrischend unbedarfter als Berlin, wo man viel schwarz sieht“, sagt Nina Windisch. Wann immer die Kölner Studentin in den letzten beiden Jahren durch die Stadt streifte und ihr Menschen mit unkonventionellem Outfit begegneten, sprach sie sie an und fotografierte sie.
Es mag den Kölner Lokalpatrioten schmerzen, aber türkischer Pop hatte seinen Durchbruch nicht in der Domstadt, sondern ein paar Kilometer weiter rheinabwärts. 1993 eröffnete in einer kleinen Seitenstraße der Düsseldorfer Altstadt das Abone, der erste Club in NRW, der sich hauptsächlich an ein junges türkisches Publikum richtete. Konzerte mit türkischer Musik gab es schon länger, aber ein Club?
„Sowohl Islam und Christentum haben mit den Verlockungen des säkularen Lebens zu kämpfen“
„Natürlich bin ich ein Vorbild, insbesondere für junge Frauen mit Migrationshintergrund“
Eine alternde männliche Krawallschachtel veröffentlichte im vergangenen Monat ein Pamphlet, und schon streitet die Republik über Integration und Migration. Die Möglichkeit, dass spezielle türkische oder gar arabische Desoxyribonukleinsäuren dafür verantwortlich seien, dass sich dieses Land abschafft, wird heftig in den Fernsehstudios der Bundeshauptstadt diskutiert.

Wohnträume
Intro – Das große Versagen
Von Vorwand zu Vorwand
Teil 1: Leitartikel – Politik ist nicht getrieben, sie lässt sich einspannen
„Für die Parteien steht viel auf dem Spiel“
Teil 1: Interview – Politologin Dorothée de Nève über Identität und Konsens in der Politik
Helfen statt Ausgrenzen
Teil 1: Lokale Initiativen – Das Interkulturelle Zentrum in Köln-Nippes
Die Natur nimmt sich Zeit – die wir nicht haben
Teil 2: Leitartikel – Über Naturschutz, Wirtschaft und politische Kurzsichtigkeit
„Die Einschläge kommen näher“
Teil 2: Interview – Politologe Reinhard Loske über Naturschutz und wirtschaftliche Interessen
„Fellnasen“ im Wohnzimmer
Teil 2: Lokale Initiativen – Bochumerin hilft ehrenamtlich Fledermäusen
Die Demokratie endet mit einem Wimmern
Teil 3: Leitartikel – Politik muss begreifen: Die Bevölkerung ist systemrelevant
„Deutschland ist ungleicher geworden“
Teil 3: Interview – Soziologin Bettina Kohlrausch über Armut, Existenzängste und Sozialstaat
Entlastung ist nur ein Anfang
Teil 3: Lokale Initiativen – Kindertal-Vorsitzende Susanne Bossy über Kinderarmut in Wuppertal
Neues Vertrauen
Digitale Bürgerbeteiligung – Europa-Vorbild Spanien
Ist die Welt erst ruiniert …
Gut erzählt ist auch Ungerechtigkeit eine spannende Geschichte – Glosse
Empathie-Expertise
Intro – Bonus-Level
Virtuelle Resonanz
Teil 1: Leitartikel – Videospiele in der Psychotherapie
„Spiele einfach genießen“
Teil 1: Interview – Psychologin Silke Lux über gesundheitliche Wirkungen von Videospielen
Spielen gegen Radikalisierung
Teil 1: Lokale Initiativen – Das Kölner Videospiel-Studio Zweisiedlerkrebs
Das Spiel mit der Geschichte
Teil 2: Leitartikel – Was Videospiele über Gesellschaften erzählen
„Eine Komplexität, die man in anderen Medien kaum findet“
Teil 2: Interview – Medienwissenschaftler Christian Schwarzenegger über die kulturelle Bedeutung von Videospielen
Im Rausch der Autobahn
Teil 2: Lokale Initiativen – Das Videospielstudio Z-Software in Lünen
Um die Existenz spielen
Teil 3: Leitartikel – Was Videospiele mit der Wirklichkeit zu tun haben
„Es gibt aufklärerische Spiele“
Teil 3: Interview – Historiker Nico Nolden über Politik und Geschichte in Videospielen
Was Karten verraten
Teil 3: Lokale Initiativen – Bildungsforscher Michael Morawski über Gaming und Geographiedidaktik
Meine fremde Wohnung
Niederlande als Vorreiter für gesundheitsfördernde Videospiele – Europa-Vorbild Niederlande
Tagebuch eines Kellerkinds
Wie Physik-Engines und NPCs einem das Leben vermiesen können – Glosse
Mehr, mehr, mehr!
Intro – Eine eigene Geschichte