
Köln ist ein bedeutender Standort für die Entwicklung von Videospielen. Nicht zuletzt haben sich hier einige Indies angesiedelt – kleinere, unabhängige Studios. Eines davon ist das Studio Zweisiedlerkrebs, gegründet Ende 2024 von Elena Wiener und Josefine Maier. „Unser übergreifendes Thema ist Impact. Das bedeutet für uns, etwas Informatives zu vermitteln und eine Haltung zu zeigen, die zum Nachdenken anregt“, erläutert Elena Wiener. Gerade angesichts des aktuellen Rechtsrucks ist es den beiden wichtig, aufzuklären und Radikalisierung entgegenzuwirken.
Viele Medien
Das Studio deckt ein breites Feld ab: von Videospielen über Animationsfilme bis zu Videomapping – auf Fassaden projizierten Bewegtbildern. Elena Wiener studierte zunächst Kunstgeschichte und Kulturwissenschaften in Karlsruhe. Nach ihrem Bachelor entschied sie sich für eine fachliche Neuorientierung und absolvierte anschließend in Wuppertal einen weiteren Bachelor im Bereich Design audiovisueller Medien und Mediendesign. Durch die Veröffentlichung eigener Filmprojekte, darunter „Trübes Wasser“ und „Treibholz“, verfügt sie über praktische Erfahrungen im Film- und Mediendesign. Josefine Maier schloss zunächst ein Architekturstudium in Karlsruhe ab, bevor sie sich für eine Spezialisierung im Bereich Game Art entschied und ein entsprechendes Studium an der Technischen Hochschule Köln aufnahm. Neben ihren Erfahrungen in den Bereichen Film- und Spielentwicklung war sie als Illustratorin für verschiedene Kinderbücher tätig, darunter „Spuren im Schnee“ und „Sommerwaldfunkeln“.
Der Fokus von Zweisiedlerkrebs liegt derzeit auf „Merkmal: Radikal“, einem Spiel mit Lernkomponente. Es solle Jugendliche über Radikalisierungsmechanismen aufklären, die in sozialen Medien gängig sind und eigne sich besonders für Workshops an Schulen, so Josefine Maier. Zunächst geht es um Gefahren durch Rechtsradikalismus. Erweiterte Inhalte zu Islamismus, Antifeminismus und Mobbing sind geplant. „Wir haben uns nie nur auf Spiele festgelegt. Je nach Projekt entscheiden wir, ob wir etwas Visuelles umsetzen oder ein Spiel entwickeln.“ Zweisiedlerkrebs fehlt zwar die Absicherung großer Studios, dafür schätzt das Duo die Flexibilität in eigenen Entscheidungen. Das Studio besteht nur aus den beiden Gründer:innen, die mit wechselnden Freiberufler:innen zusammenarbeiten – je nachdem, wessen Expertise und Stil zum Projekt passt.
Mit der Community
„Wir wollten freier arbeiten und uns Themen annähern, über die wir selbst noch nicht im Klaren waren. Wir kennen uns lange und beschlossen irgendwann, zusammenzuarbeiten. Als Geschäftsfrauen funktionieren wir mittlerweile sehr gut miteinander. Jetzt ist es eineinhalb Jahre her, und unser Studio gibt es immer noch. Mit Rückblick auf die Zeit seit der Gründung merken wir, wie viel wir auch als Gründer:innen gewachsen sind und uns persönlich weiterentwickeln konnten.“
Communities haben eine vielfältige Bedeutung im Gaming. Dort kommen Menschen zusammen, um gemeinsam zu spielen, aber auch, um über gesellschaftspolitische zu diskutieren und darüber aufzuklären. Freelancer:innen und Spieltester:innen fand das Studio auch über Community-Netzwerke, die aus Spieler:innen bestehen. „Für uns war es bestätigend zu sehen, dass es auch für politische Themen Communities gibt. Das motiviert uns, in unserer Haltung weiterzumachen, statt uns zurückzunehmen oder zu verstecken.“
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Empathie-Expertise
Intro – Bonus-Level
Virtuelle Resonanz
Teil 1: Leitartikel – Videospiele in der Psychotherapie
„Spiele einfach genießen“
Teil 1: Interview – Psychologin Silke Lux über gesundheitliche Wirkungen von Videospielen
Das Spiel mit der Geschichte
Teil 2: Leitartikel – Was Videospiele über Gesellschaften erzählen
„Eine Komplexität, die man in anderen Medien kaum findet“
Teil 2: Interview – Medienwissenschaftler Christian Schwarzenegger über die kulturelle Bedeutung von Videospielen
Im Rausch der Autobahn
Teil 2: Lokale Initiativen – Das Videospielstudio Z-Software in Lünen
Um die Existenz spielen
Teil 3: Leitartikel – Was Videospiele mit der Wirklichkeit zu tun haben
„Es gibt aufklärerische Spiele“
Teil 3: Interview – Historiker Nico Nolden über Politik und Geschichte in Videospielen
Was Karten verraten
Teil 3: Lokale Initiativen – Bildungsforscher Michael Morawski über Gaming und Geographiedidaktik
Meine fremde Wohnung
Niederlande als Vorreiter für gesundheitsfördernde Videospiele – Europa-Vorbild Niederlande
Tagebuch eines Kellerkinds
Wie Physik-Engines und NPCs einem das Leben vermiesen können – Glosse
Bildung für die diverse Gesellschaft
Teil 1: Lokale Initiativen – Der Kölner Stadtverband der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW)
Gegen die Menschenverachtung
Teil 2: Lokale Initiativen – Das Fritz-Bauer-Forum in Bochum
Integration unter Druck
Teil 3: Lokale Initiativen – Der Jugendmigrationsdienst Wuppertal begleitet Menschen durch ein widersprüchliches System
Entspannt unterwegs
Teil 1: Lokale Initiativen – Köln: KVB-Kampagne für mehr Freundlichkeit
Gut erzählte Wahrheit
Teil 2: Lokale Initiativen – Die Agentur Kugelfisch Kommunikation in Essen
Nicht sprachlos in den Ruhestand
Teil 3: Lokale Initiativen – Das Fachgebiet Arbeitswissenschaft an der Uni Wuppertal
Mehr als Existenzsicherung
Teil 1: Lokale Initiativen – Die Attac-AG „Genug für alle“ aus Bonn
Geschenkte Freizeit
Teil 2: Lokale Initiativen – Die Agentur Wake Up Communications Düsseldorf
Der ganze Mensch
Teil 3: Lokale Initiativen – Die GESA Gruppe in Wuppertal hilft bei der Rückkehr ins Arbeitsleben
Freude am Lernen lernen
Teil 1: Lokale Initiativen – Der Verein In Via Köln und die Motivia-Werkstattschule
Helfen statt strafen
Teil 2: Lokale Initiativen – Die Evangelische Jugendhilfe Bochum
Was junge Menschen bewegt
Teil 3: Lokale Initiativen – Filmreihen von Jugendlichen im Medienprojekt Wuppertal