
Der Astronaut – Project Hail Mary
USA 2026, Laufzeit: 156 Min., FSK 12
Regie: Phil Lord, Christopher Mille
Darsteller: Ryan Gosling, Sandra Hüller, Milana Vayntrub
>> www.sonypictures.de/filme/der-astronaut-project-hail-mary
2026: Odyssee im...
Matt513 (276), 19.04.2026
Da Gosling mir schon in zuvielen Filmen zu stoisch spielte, hatte ich an diesen hier eigentlich bereits einen Haken gemacht. Dazu Hüller in einem Science-fiction(??) *omg* wie sollte das denn zusammen funktionieren? Aber nach mehreren Empfehlungen habe ich's dann doch getan und bin sehr froh darüber, denn dieser Film hier ist richtig groß.
Zwar spart er nicht mit Zitaten. Ohne geht es heutzutage, wo teure Produktionen zum Erfolg verdammt sind, wohl nicht. Von Trumbulls Lautlos im Weltraum über, klar, Kubricks 2001 (und NB: auch Hyams' 2010) bis hin zu Interstellar ist vieles wiedererkennbar und die Kameraführung zitiert streckenweise auch noch Villeneuves Arrival. Aber am Ende steht und fällt ein Film mit der Leistung seiner Darsteller. Und siehe oben - Gosling, der auf diesem galaktischen Einhandtörn sehenswert abliefert, erweist sich dann doch als gute Wahl. Endlich Emotionen.
Das an sich wäre bereits erfreulich genug gewesen. Dann aber ist da noch Hüller, die einmal mehr ihr Ausnahmetalent zeigt. Mir ist das ein Rätsel, wie sie das macht. Sie spielt wohl in großen Teilen einfach so, wie sie selbst ist (hier im Film kommt sie sogar "aus Ostdeutschland") und die Gesangseinlage dürfte ihr wegen Toni Erdmann ins Drehbuch geschrieben worden sein. Ihr Kniff indes ist diese zurückgenommene Art zu schauspielern. Wie in fast jeder Einstellung kleinste Nuancen in ihrem Gesicht zu lesen sind, ihre Gesichtsmuskeln zwar rastlos, aber eben nur minimal, das dürfte mit das Geheimnis ihres gegenwärtigen Erfolgs sein. Ich leg mich mal fest; wenn ein Hauptrollen-Oscar für Deutschland - dann sie.
Mittendrin sind die Karten des Films ein wenig zu sehr ausgelegt. Wenn wir schon beim Zitieren der Klassiker sind, also man hätte sich hier ein wenig mehr unerklärtes Wunder wie vielleicht in Unheimliche Begegnung der dritten Art gewünscht. Der Film ist dann ein paar Viertelstunden lang trivial und vorhersehbar. Aber so war Der Marsianer, dessen Romanvorlage aus derselben Feder stammt, ja auch. Das Ende ist ein wenig albern geraten, aber das Popcorn mampfende Publikum mochte es bestimmt. Jedoch konnte alles, was oben beschrieben wurde, sowie die grandiose Kinematographie und der überwältigende Soundtrack das mehr als aufwiegen.
Sollten Sie also den Kinobesuch planen, eine Empfehlung: Den Trailer MEIDEN!
Es wird zuviel verraten.

Köln als Geburtsstadt des Kinos
Stefanie Wüster-Bludau über die Jubiläumsveranstaltung „Wir feiern 130 Jahre bewegte Bilder“ – Portrait 04/26
Feiern im Kreis von Freunden
„Die Schwester der Braut“ im Filmforum – Foyer 04/26
Filme in die Welt tragen
Das Internationale Frauenfilmfest Dortmund+Köln – Festival 04/26
„Kein großes Spektrum an Geschlechtsvielfalt“
Schauspielerin Caro Braun über „Rose“ – Roter Teppich 04/26
Ein Fest im Dunkeln
20 Jahre Filmforum NRW – Festival 04/26
Weimerer Republik
Zur freien Filmkunst – Vorspann 04/26
Film für die ganze Familie
„Mein Freund Barry“ im Cinedom – Foyer 03/26
Was uns blüht
Die Oscars und die Zukunft mit KI – Vorspann 03/26
Zu Unrecht beschuldigt
„Blame“ im Odeon – Foyer 02/26
Bilder von Arbeit, Arbeit am Bild
Das Symposium der dokumentarfilminitiative im Filmhaus Köln – Foyer 02/26
Fiktion mit realen Hintergründen
„White Snail“ im Filmhaus – Foyer 02/26
Nur das Allerbeste?
Vom kollektiven Drang zum relativierten Superlativ – Vorspann 02/26
Alles auf Anfang
Lebensfragen aus weiblicher Perspektive – Vorspann 01/26
„Es ist niemals Pause“
Katharina Pethke über ihre Filme zur Arbeitswelt – Portrait 12/25
„Stromberg hat Relevanz für die heutige Zeit“
Ralf Husmann über „Stromberg – Wieder alles wie immer“ – Gespräch zum Film 12/25
„Beweise sichern für das, was afghanische Frauen durchmachen“
Sahra Mani über ihren Film „Bread & Roses: A Fight for Women's Rights“ - Portrait 12/25
Langfilmdebüt einer Schauspielerin
„Paternal Leave – Drei Tage Meer“ im Filmhaus – Foyer 12/25
Heldenspektakel
Männerrollen auf Leinwand – Vorspann 12/25
Grenzenlos
10. European Arthouse Cinema Day – Festival 11/25
In NRW wird Kino wirklich gelebt
Verleihung der Kinoprogrammpreise NRW in der Wolkenburg – Foyer 11/25
Raus aus dem Schmuddelwetter
Tiefgründige Filme im No!vember – Vorspann 11/25
Auf Identitätssuche
Die 17. Ausgabe des Filmfestivals Cinescuela in Bonn – Festival 11/25
Unermüdliches Engagement für den Schnitt
„Kammerflimmern“ im Filmhaus – Foyer 10/25
„Es geht darum, Verbindung herzustellen und zu fühlen“
Zwei Fragen an Filmemacherin Laura Heinig – Portrait 10/25
„Die wichtigste Strategie: nicht aufgeben“
Zwei Fragen an Filmemacherin Lenia Friedrich – Portrait 10/25