Ende März übte die Bundespolizei in St. Augustin einen Einsatz für Hundertschaften. Ein Bus mit Fußballfans ist an der Grenze, die Polizei macht sich bereit für einen „Zugriff“. Übungen wie diese sind der Normalfall, die Fußballfans haben es geschafft. Vom 12. Mann zum Feindbild Nr.1 – wie schon Autonome und Atomkraftgegner vor ihnen.
Trotz des Geredes vom Ende der Privatheit im Internet: Über Ihre Facebook-Timeline weiß ich eigentlich gar nichts. Aber wenn sie, wovon ich vermutlich ausgehen kann, mit ähnlich klugen, sensiblen und in der Welt stehenden Menschen bevölkert ist wie die meinige, dann haben Sie in den letzten Wochen folgenden Satz bestimmt schon mehrmals gelesen: Wasser ist ein Menschenrecht!
Pulheim gehört zu den eher unauffälligen Gemeinden im Kölner Umland, auch wenn dort mit Jürgen Rüttgers ein ehemaliger NRW-MP wohnt. 2010 geriet das Städtchen trotzdem kurzzeitig in die Schlagzeilen, weil sich zwei Multis um die dort europaweit ausgeschriebene Energieversorgung stritten. RWE verlor, Veolia machte das Rennen.
choices: Herr Schmitt, die Petition gegen die EU-Richtlinie war in Deutschland sehr erfolgreich, wie erklären Sie sich das?
Matthias Schmitt: Die Wasserversorgung ist in ganz Deutschland ähnlich organisiert. Es gibt eine kommunale Hoheit bei den Wasserversorgungsunternehmen, was nachweislich gut funktioniert.
choices: Frau Rühle, wie nehmen Sie in Brüssel die breite Ablehnung der Wasserprivatisierung wahr?
Heide Rühle: In Frankreich gibt es sehr viele Korruptionsfälle in der privaten Wasserwirtschaft, gleichzeitig werden dort und in Deutschland viele Konzessionen neu vergeben.
Die EU-Kommission will die öffentliche Wasserversorgung dem Markt überlassen und die Städte zwingen, entsprechende „Konzessionen“ europaweit auszuschreiben. Auch wenn der zuständige EU-Kommissar Michel Barnier angesichts der harschen Kritik an seinem neoliberalen Konzept zurückrudert, sind die Pläne doch nicht vom Tisch.
Ende Januar wurde eine weit über 80 Jahre alte Rentnerin aus dem englischen Banstead mit Nierenversagen und Druckstellen in ihrer Wohnung gefunden. Ihr Pflegedienst war in den Fokus der Polizei geraten, nach einer Razzia wurde die Firma geschlossen und vier Menschen wegen des Verdachts auf Betrug und illegaler Beschäftigung verhaftet.
Es ist immer noch das Modell der Fabrik, nach dem unsere Gesellschaft tickt. Doch während sich in der herkömmlichen Fabrik die ArbeiterInnen dagegen wehren, auf die Ware Arbeitskraft reduziert zu werden, ist das im Pflegebereich, in dem tayloristische Prinzipen auf den „Dienst an Personen“ angewandt werden, vertrackter. Hier werden Menschen als Arbeitskräfte wie auch Menschen als Arbeitsprodukte gleichermaßen einer Objektivierung preisgegeben.
Der Bereichsleiter für Stationäre Betreuung bei der Caritas Köln spricht im Interview über Gewalt- und Zwangssituationen in der Pflege.
Im Interview spricht Fussek über mangelhafte personelle Besetzung und erschütternde Missstände in deutschen Pflegeheimen.

Fehlbilanz
Intro – Mündig
Die unmögliche Schule
Teil 1: Leitartikel – Lernen und Lehren zwischen Takt und Freiheit
„Wirklich Interesse zeigen“
Teil 1: Interview – Pädagogin Inke Hummel über die Beziehung zwischen Jugendlichen und Erwachsenen
Freude am Lernen lernen
Teil 1: Lokale Initiativen – Der Verein In Via Köln und die Motivia-Werkstattschule
Überwachen und Strafen
Teil 2: Leitartikel – Eine gesenkte Strafmündigkeit würde nicht zu mehr Sicherheit führen, sondern zu mehr Kindern und Jugendlichen im Knast.
„Kinder, die Probleme machen, haben in der Regel auch Probleme“
Teil 2: Interview – Kriminologin Nadine Bals über Jugendstrafrecht und Strafmündigkeit
Helfen statt strafen
Teil 2: Lokale Initiativen – Die Evangelische Jugendhilfe Bochum
Jedem sein Kreuz
Teil 3: Leitartikel – Über Mündigkeit an der Wahlurne
„Wir empfehlen, das Wahlalter zu senken“
Teil 3: Interview – Demokratieexperte Jonathan Hoffmann über die Wahlbeteiligung von Jugendlichen
Was junge Menschen bewegt
Teil 3: Lokale Initiativen – Filmreihen von Jugendlichen im Medienprojekt Wuppertal
Machtinteresse
In Österreich wählen bereits 16-Jährige – Europa-Vorbild: Österreich
Die Reifeprüfung
Erst zornig, dann stur. Das Leben des Homo politicus – Glosse
Erschütternd normal
Intro – Gegenwehr
Glaube und Geld
Teil 1: Leitartikel – Gegen den milliardenschweren Kulturkampf der rechten Christen hilft kein Beten
„Man darf auswählen, wem man sich unterwerfen will“
Teil 1: Interview – Religionssoziologe Gert Pickel über christliche Influencer
Rauf mit der Hemmschwelle
Teil 1: Lokale Initiativen – Die Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus Köln
Die Gefahr im eigenen Zuhause
Teil 2: Leitartikel – Gewalt gegen Frauen nimmt zu und betrifft die ganze Gesellschaft
„Es wird versucht, das Strafrecht als politisches Mittel zu nutzen“
Teil 2: Interview – Juristin Susanne Beck über Gewalt gegen Frauen
Eine bessere Zukunft
Teil 2: Lokale Initiativen – Die Frauenberatungsstelle Duisburg
Lebensrealität anerkennen
Teil 3: Leitartikel – Schwangerschaftsabbrüche zwischen Strafrecht und Selbstbestimmung
„Es geht um Kontrolle über Menschen, die schwanger werden können“
Teil 3: Interview – Medizinerin Alicia Baier zum Streit über Schwangerschaftsabbrüche
Raus aus der Grauzone
Teil 3: Lokale Initiativen – Solidarisch und unbeirrbar: Wuppertals Frauenverband Courage
Sensibel verzahnte Reformen
Wie Portugal Maßstäbe bei der Bekämpfung von Gewalt an Frauen setzt – Europa-Vorbild: Portugal
Der Kanzler und Hegel
Jetzt ist aber auch mal gut mit diesem ganzen Minderheitengedöns! – Glosse
„Die Wut unserer Generation ist keine Laune!“
Menschenrechts-Aktivistin Jennifer Follmann über den Frauenstreik zum 9. März