Es gibt 4 Beiträge von Kinogänger
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18.08.2026
Selten hat mich die Umsetzung einer neuen Idee so überzeugt, wie Exit 8.
Komplexe Probleme der in einer digitalen Filterblase gefangen Gesellschaft werden transponiert in ein Videospiel, um Anomalien von Normalität zu unterscheiden. Sind Kinder "normal" in einer funktionierenden Welt? Das wird in zahlreichen Spielschleifen wunderbar aufgedröselt .
Dabei stand die "Escher 8" von MC Escher Pate, der in Bildern paradoxe geometrische Verbindungen geschaffen hat. Filmisch umgesetzt bedeutet das, dass Bahnen durch reale und virtuelle Welten und zurück verlaufen und dabei sich virtuelle und reale Personen begegnen können und auch wieder trennen.
Unvereinbar, denn die virtuelle Welt folgt einer anderen Logik, wie die reale Welt. Virtuelle Normalität, in der die kleinste Abweichung eine Anomalie bedeutet gerät in Konfusion zu menschlichen Beziehungen, bei denen Abweichungen im Geschehen gerade Normalität ausmachen.
Ein spannender Film, hochgradig emotional, packend spielerisch, philosophisch und psychologisch anspruchsvoll und perfide in den Gedankengängen. Gefangen in einer Welt ohne Ausgang, da grüßt ganz deutlich das Murmeltier. Ansonsten ist der Film in jeglicher Hinsicht neu und eigenständig, ein japanisches hochwertiges Kinohighlight.
Ich habe ihn zweimal gesehen. Beim ersten mal die Spannung genossen und beim zweiten Mal nachgeschaut, was ich beim Ersten Mal übersehen hatte.
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18.08.2026
Blutrünstige Horrorszenen, schwarzer Humor und eine gewisse Leichtigkeit in der Lebensphilosophie, das scheint hier das Konzept zu sein. Und das geht auch auf. Der Film ist spannend und unterhaltsam in seinen Wendungen. Und brutale Logik bei der Verwendung mehrerer Wunschhölzer macht ein gelungenes Showdown in den letzten Minuten des Films.
Meisterlich sind die Darstellungen von der Hauptdarstellerin Inde Navarette, die in sämtliche denkbare Launen einer Frau einzutauchen vermag. Dabei fiel mir auf, dass auch die Seitenstränge der Handlung eindrucksvolle Darstellungen fanden, etwa als die unter Obzession Leidende nach Verlassen des "Liebhabers" aus der Wohnung glühend vor Liebe förmlich dahinfloss. Beachtliches Talent, denn auf einen Menschentyp festgelegte Schauspielerinnen sind sonst eher die Regel. Fazit: Gute Unterhaltung mit zeitweiligem Tiefgang.
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13.07.2026
Nach Halloween und Rosemary´s Baby wagt sich Finnland an ein ähnliches Horrorthema heran. Spart dabei nicht mit Blut- und Schockmomenten. Neu ist der schwarze Humor, wenn beispielsweise der wie ein Kind geliebte Mähroboter einer genervten mordenden Baumwurzel zum Opfer fällt.
Das wahre Kind ist menschlich gezeugt, was aber als Waldmonster sowohl mit den Planzen als auch mit der Mutter interagiert. Mutter und Kind mutieren so zu Wesen, die blutendes Fleisch jeglicher Art verzehren.
Sind diese Bilder weder appetitlich, noch logisch erklärbar, so brillieren Seidi Haarla und Rupert Grint in ihren Rollen. Haarla wird als Monstermutter immer glaubhafter und verkörpert trotz der mehr als absurden Situation ein wachsendes Mutter-Kind-Verständnis. Eine Topbesetzung. Grint, der als treuer Schluffen seine Augen vor allem Unnormalen verschließt, ist ebenfalls gut besetzt.
Nach Logik oder Realitätsnähe darf man bei diesem Film nicht fragen, dafür ist er auch nicht gemacht. Schnell ausschlagende Bäume, die wie zu Bäumen gewordene Trolle aussehen und beim Schrei des Babys demselben zuhilfe eilen. Das aus der Art geratene und unerziehbare Kind wirkt unmenschlich, während der Rasenmähroboter menschliche Züge aufbietet.
Und damit schlägt Nightborn dann doch wieder parallelen zur realen Welt: Wir verachten Wesen, die wir nicht verstehen, wie auch schwer erziehbare Kinder, während wir Handys, Alexas, Robotern und der immer häufiger hochgelobten KI menschliche Züge abgewinnen.
Trotzdem nur ein mäßiger Film, der im Preview mehr geschockt als gefallen hat.
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03.06.2024
Das Thema scheint wie aus dem Leben gegriffen: Falsche Polizisten erpressen Geld einer 70-jährigen pensionierten Lehrerin. Wie das funktioniert und was für Folgen das hat, stellt der Film in einer packenden Story mit zahlreichen Wendungen dar. Die schauspielerischen Darstellungen - besonders von Blaga Darstellerin Eli Skorcheva - sind herausragend und wirken in jeder Phase des Films authentisch.
Der Zuschauer wird mitgenommen auf eine spannende Reise in einem durch Telefonbetrüger verändertem Leben. Dabei fällt es dem Zuschauer leicht, mit Blaga mitzufühlen, die mehr und mehr vom Opfer in die Mittäterrolle getrieben wird, bis sie den zahlreichen Verstrickungen nicht mehr Herr wird.
Im Kino war bemerkenswert, wie das Publikum in der Story mitgehen konnte und der Film einen gruppendynamischen Effekt auslöste, der vergleichbar ist mit großen Klassikern wie Hitchcocks Psycho.
Darum für mich ein rundum überzeugendes Kinoerlebnis.
Schade, dass der Film nur sehr selten aufgeführt wurde und insgesamt nur wenige Zuschauer bislang gefunden hat. Was stimmt hier am Marketing nicht? In der Kölner Filmpalette hatte ich Glück, den Film mit ca. 30 weiteren Gästen anschauen zu können.

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