Wie gut, dass wir uns nicht in den bayerischen Alpen befinden. Dort gibt es im Dezember einen Brauch, der den Rheinländer verstören dürfte: „Christkindl anschießen“ heißt die vom 17. bis 24. Dezember stattfindende Zeremonie, bei der sich Männer in Trachten versammeln und mit krachenden Böllern und pistolenähnlichen Schießeisen das Krippen-Wunder in Bethlehem ankündigen.
choices: Herr Weise, australische Dramatik ist eher selten auf deutschen Bühnen. Was reizt Sie an den Stücken von Andrew Bovell?
Klaus Weise: Ich halte Bovell für einen Autor, der seine Stücke mit einer formalen Raffinesse baut wie sonst kaum ein Dramatiker. Wir haben 2003 „Lantana“ in Bonn herausgebracht, in dem sich Ehepaare in nebeneinanderliegenden Hotelzimmern mit einer fast kongruenten Sprache betrügen. Es hat mit dem objektiven Verlust von Individualität zu tun, der uns erfasst, obwohl jeder sich für einzigartig hält. Wenn man dann sieht, wie in den Zimmern fast symmetrisch das gleiche abläuft, dann sind das ein Lustgewinn und eine schmerzhafte Komödie zugleich. Es erinnert an Tschechow, dessen Stücke die Bezeichnung Komödie tragen, obwohl die Personen darin leiden und mit ihren Lebensplänen scheitern.
choices: Herr Weise, australische Dramatik ist eher selten auf deutschen Bühnen. Was reizt Sie an den Stücken von Andrew Bovell?
Klaus Weise: Ich halte Bovell für einen Autor, der seine Stücke mit einer formalen Raffinesse baut wie sonst kaum ein Dramatiker. Wir haben 2003 „Lantana“ in Bonn herausgebracht, in dem sich Ehepaare in nebeneinanderliegenden Hotelzimmern mit einer fast kongruenten Sprache betrügen.
Im traurigen Monat November war's / Die Tage wurden trüber / Der Wind riss von den Bäumen das Laub / Da reist' ich nach Deutschland hinüber ... ", begann Heinrich Heine 1844 sein „Wintermärchen“ – und traf damit genau den dunkel grundierten Ton, der diesen Monat charakterisiert.
In einem cremefarbenen Traumland am Ende der Welt sitzen sieben mechanische Puppen im Kreis. In der Werkstatt des Bonner Theaters seziert grelles Licht wie in einem Laboratorium jeden kleinsten Schatten, den sie werfen, jede Mimik, jede Regung bleibt zwanghaft unverborgen. Nur aufs Stichwort setzen sie sich in Bewegung in Franziska Marie Gramss Inszenierung, denn sie sind die Protagonisten in ihrer Version von Gotthold Ephraim Lessings „Nathan der Weise“. Aber noch sind sie regungslos, könnten eigentlich auch auf jeden anderen Text programmiert werden.
Die Frage des Abends lautet: „Was ist da oben?“ Oben, das ist dort, wo im artheater eine Leiter hinführt. Außerhalb des Bunkers, in dem Mark und Louise sich mit Tisch, Stuhl, Matratze, Truhe und Putzeimer verschanzt haben.
Der Titel „Trust“ bringt auf den Punkt, worum es Falk Richter in seinem Text geht: Vertrauen und Finanzen. Das Stück bietet eine „Textfläche“, kaum konkrete Figuren und damit viel Raum zur Interpretation. Regisseur Max Claessen hat sich im Bauturm für drei Darsteller (Regina Welz, Jonas Baeck, Andreas Spaniol) und für das Thema „Auflösung“ entschieden: Gleiche Zeilen lassen sich in unterschiedlichen Zusammenhängen auf verschiedene Figuren projizieren.
In einem heruntergekommenen Leuchtkasten glüht rot die Schrift: „I am here“. Gott ist nicht tot in dieser Welt, aber das mag die Hauptfigur kaum glauben. In Horváths hoch aktuellem Roman „Jugend ohne Gott“, erschienen 1937, fällt ein Lehrer angesichts der Verrohung seiner Schüler vom Glauben ab.
Theater soll alle Sinne ansprechen – sagt die Theorie. In der Praxis kommt jedoch meist der Geruchssinn zu kurz. Frank Heuel macht in seiner Inszenierung von Brechts „Die heilige Johanna der Schlachthöfe“ vor, was olfaktorisches Theater sein könnte.
Jenseits aller Spar- und Sanierungsdiskussionen gibt es eine positive Überraschung für die Theaterstadt Köln: Die Kulturstiftung des Bundes lädt in Kooperation mit dem Schauspiel Köln von 29. März bis 3. April 2011 Künstler, Theoretiker, Theater und Freie Szenen zum Festival HEIMSPIEL 2011 nach Köln. Präsentiert werden deutsche und internationale Produktionen an den Schnittstellen zwischen Intervention, Theater, Performance und politischem Aktionismus.

„Was ist der Ursprung von Konflikten?“
Regisseurin Sabine Hahn über „Antigone“ am Comedia Theater – Premiere 07/26
Kopfzustände
„Two Queens“ am Metropol Theater – Auftritt 07/26
Für die ganze Familie
Kostenloses Open-Air-Programm beim „Sommer Köln 2026“ – Prolog 06/26
Berd-Eeren für alle
„Der Tag, an dem die Oma das Internet kaputt gemacht hat“ am Theater der Keller – Auftritt 06/26
„Höchste Qualität nach Köln holen“
Intendant Hein Mulders über den Umzug der Oper in das Haus am Offenbachplatz – Interview 06/26
„Man darf sich selbst nicht aus den Augen verlieren“
Regisseurin Emel Aydoğdu über „Touch The Line“ am Freien Werkstatt Theater – Premiere 06/26
Zauberhaft und antiquiert
„Laterna Magica“ am Theater Bonn – Prolog 05/26
„Wie küsst man richtig?“
Regisseur David Vogel und Choreografin Nina Mackenthun über das Stück „Hundert“ am Schauspiel Köln – Premiere 05/26
Das Phantom der Keller
„Walter Bockmayer. Der andere Millowitsch“ am Theater der Keller – Auftritt 05/26
Schweigen, Flucht und Tod
„Einfach das Ende der Welt“ am Theater Bonn – Prolog 04/26
„Jeder ist Medea“
Regisseur Rüdiger Pape über „Medea 2.0“ am Orangerie Theater – Premiere 04/26
Leichmann statt Leichnam
„Unterweger“ am Schauspiel Köln – Auftritt 04/26
Im Netz der Lügen
„Dear Evan Hansen“ am Jungen Theater Bonn – Prolog 03/26
Die Anarchie der Wörter
„Terrorist:innen“ am Orangerie Theater – Auftritt 03/26
„Wir wollen Räume für ein anderes Zuhören öffnen“
Regisseur Martin Schulze und Dramaturgin Ulrike Janssen über „Wem gehört das Volk?“ am TdK – Premiere 03/26
Rache und Gerechtigkeit
Feministische Version der „Orestie“ am Schauspiel Köln – Prolog 02/26
Hüpfen, nicht denken
„Du musst dich entscheiden!“ am Schauspiel Köln – Auftritt 02/26
Spuk mit Fragezeichen
„2:22“ am Kleinen Theater Bad Godesberg – Prolog 02/26
„Wir denken an ein liebevolles Beschimpfen“
Das Cuma Kollektiv inszeniert „Bühnenbeschimpfung“ am Freien Werkstatt Theater – Premiere 02/26
Das Meer in dir
„Aqua@Cycles“ in der Alten Feuerwache – Theater am Rhein 01/26
Im Hamsterrad des Grauens
„Der Gott des Gemetzels“ am Theater Bonn – Prolog 01/26
„Als säße man in einem flirrenden Zirkuszelt“
Regisseur Sergej Gößner über „Der fabelhafte Die“ am Comedia Theater – Premiere 01/26
Der Tanz der Krähe
„Die Ecke“ in der Alten Wursterei – Auftritt 01/26
Auszeit der Ewigkeit
„Pyrofems“ von Wehr51 im Studio Trafique – Auftritt 12/25
Praktisch plötzlich doof sein
Helge Schneider präsentiert seine neue Tour – Prolog 12/25