Wer im Fußball ein Heimspiel hat, hat es in der Regel gut, denn er bewegt sich auf vertrautem Terrain. Das müsste eigentlich auch für Theater gelten, doch haben sich Spielpläne, Schauspielensembles und Regiebesetzungen in den letzten Jahrzehnten zu einem weitgehend austauschbaren Wanderzirkus entwickelt.
Sie sind zu sechst, alle beredt: Bernard, Louis, Neville – drei Jungs. Und drei Mädchen: Jinny, Rhoda und Susan. Virginia Woolf lässt sie ihre Leben erzählen, als Ich-Erzähler, oft in inneren Monologen, manchmal im Gespräch miteinander, immer im absoluten Jetzt. Sie erzählen von den leichten Spielen der Kindheit bis zur Schwere des Alters.
Hans-Jörn Brandenburg, Musiker und Komponist, interpretiert am Kölner Schauspiel die Dreigroschenoper auf ungewohnte Weise und haucht so Mackie Messer und Co. neues Leben und Frische ein.
Wenn Gerhard Polt in seiner Trachtenjacke auf der Bühne steht, die Stirn in Falten legt und bedächtig zu reden beginnt, wähnt sich so mancher im fal - schen Film: Muss man sich dieses Geschwätz über Freiheit und „Democrazy“ wirklich anhören? Als personifizierter Herr Biedermann, misstrauisch und selbstzufrieden zugleich, zieht er über alles und jeden her, was den Freistaat Bayern unterminieren könnte.
Oblomow schläft. Da hilft kein Bitten, kein Flehen, kein Krach. Sein Bettsofa ist die feste Burg, die zu verlassen ihm so unendlich schwer fällt. Mit der Decke über dem Kopf entzieht er sich der Anstrengung, Entscheidungen treffen zu müssen. Doch das Leben kümmert das wenig, es vergeht. Einfach so.
Das Team von „Irgendwas mit Medien“ hat zur Theater-Inszenierung eine Art Gesamtkunstwerk geschaffen: Blog und „Schallplatte zum Blog zur Produktion zum Blog zur Schallplatte“, eben eine Produktion in mehreren Medien. Die LP versammelt zwölf Stücke zwischen gut hörbarem, chilligem Jazz und Hip Hop; auf der B-Seite gibt es auch ein bisschen Text mit Gesellschaftsinternetkritik.
Zwei Frauen: Beide tragen sie blaue Leggings, Spaghetti-Träger-Shirts und Ballerinas. In einer späten Lebensphase die Eine, dem Teenager-Alter eben entwachsen die Andere. 50 Jahre liegen zwischen ihnen.
Kölns Schauspiel Intendantin hat Glück - das Glück der Tüchtigen. Und: Karin Beier hat Gespür, Gespür für das richtige Timing. Nicht nur auf der Bühne. Diesmal dreht es sich um das Timing ihres Lebensfilmes...
Es sind archaische Bilder, die Richard Maxwell in seinem Stück „Ode to a man who kneels“ aneinander reiht. Ein Mann steht, ein Mann kniet. Was beide verbindet, ist eine Pistole. Dann sieht man eine Frau auf einer Bank sitzen, die auf einen Mann wartet, der nie kommt. Später kniet ein anderer Mann vor ihr auf dem Boden und bittet um ihre Hand. Bilder, die man hundertmal auf Fotos oder in Filmen gesehen hat und die sich dem kollektiven Erinnerungsvermögen eingebrannt haben.
Karin Henkel inszeniert Tschechow in Köln.

Rache und Gerechtigkeit
Feministische Version der „Orestie“ am Schauspiel Köln – Prolog 02/26
Hüpfen, nicht denken
„Du musst dich entscheiden!“ am Schauspiel Köln – Auftritt 02/26
„Wir denken an ein liebevolles Beschimpfen“
Das Cuma Kollektiv inszeniert „Bühnenbeschimpfung“ am Freien Werkstatt Theater – Premiere 02/26
Spuk mit Fragezeichen
„2:22“ am Kleinen Theater Bad Godesberg – Prolog 02/26
Der Tanz der Krähe
„Die Ecke“ in der Alten Wursterei – Auftritt 01/26
„Als säße man in einem flirrenden Zirkuszelt“
Regisseur Sergej Gößner über „Der fabelhafte Die“ am Comedia Theater – Premiere 01/26
Im Hamsterrad des Grauens
„Der Gott des Gemetzels“ am Theater Bonn – Prolog 01/26
Das Meer in dir
„Aqua@Cycles“ in der Alten Feuerwache – Theater am Rhein 01/26
Auszeit der Ewigkeit
„Pyrofems“ von Wehr51 im Studio Trafique – Auftritt 12/25
Praktisch plötzlich doof sein
Helge Schneider präsentiert seine neue Tour – Prolog 12/25
„Man spürt den Theatermenschen“
Dirigent Daniel Johannes Mayr über die Bonner Wiederentdeckung der Oper „Die Ameise“ – Premiere 12/25
Über zwei Ikonen
„Marlene Piaf“ am Theater der Keller – Theater am Rhein 12/25
Verlorene Jahre
„The Drop“ am Jungen Schauspiel in Düsseldorf – Prolog 11/25
So verwirrend wie das Leben
„Berlin Alexanderplatz“ am Schauspiel Köln – Prolog 11/25
Von der Aufgabe des Denkens
Audiowalk „Jeder stirbt für sich allein“ in Köln – Auftritt 11/25
„Ein armes Schwein, aber auch ein Täter“
Regisseur Hans Dreher und Schauspielerin Laura Thomas über „Laios“ am Theater im Bauturm – Premiere 11/25
Utopie auf dem Rückzug
Bertha von Suttners „Die Waffen nieder“ am Theater Bonn – Prolog 10/25
Gegen sich selbst antreten
„Fünf Minuten Stille“ am Kölner FWT – Theater am Rhein 10/25
Muttärr! Oder: Dschungelbuch in Ulm
„Man kann auch in die Höhe fallen“ am Theater Der Keller – Auftritt 10/25
„Wir führen keine Monster vor“
Regisseurin Nicole Nagel über „Aufruhr der Stille #MeTooInceste“ am Orangerie Theater – Premiere 10/25
Schreib dich frei!
„Botin“ in der Alten Versteigerungshalle auf dem Großmarkt – Theater am Rhein 09/25
Die Moralfrage im Warenhaus
„Aufstieg und Fall des Herrn René Benko“ am Schauspiel Köln – Prolog 09/25
„Was kann eine neue Männlichkeit sein?“
Nicola Schubert über ihr Stück „To #allmen“ an Groß St. Martin – Premiere 09/25
Wohin, David?
„Mein Onkel David“ in der Alten Feuerwache – Theater am Rhein 08/25
Glücklich ruinieren
Das Nö Theater mit „Monopoly“ im Kölner Kabarett Klüngelpütz – Auftritt 08/25