Es war eine kleine Randnotiz im großen Wirbel um das Bahnhofprojekt „Stuttgart 21“: Eine Gruppe von Künstlern, die jahrelang in alten Eisenbahnwaggons auf dem stillgelegten Stuttgarter Nordbahnhof gelebt und gearbeitet hatte, musste im Mai der Riesenbaustelle Platz machen.
Wenn in den letzten Monaten und Jahren das Gespräch auf die Ruhrgebietskultur kam, glich das oft einem einzigen Jammern und Wehklagen.
András Schiff gastierte in Köln. Er hatte ganz persönlich beladene Stücke mitgebracht, ein Programm von rund 140 Minuten Länge, ein gewaltiges Pensum für ein Recital – so heißt ein Soloabend.
Es ist immer schlecht für das Geschäft, nicht sortierbar zu sein. Das gilt ganz besonders für die Musik. Die Verkaufskraft eines Ballermann-Schlagers liegt immer darin, aus gut bekannten musikalischen Primitivformeln und abgewrackten Sprachphrasen neuen Schwachsinn zu schmieden, der Friseusenherzen betört oder Gerüstbauern ein breit-lüsternes Grinsen um die frühmaroden Zähne zaubert.
Am Ende ergeht es dem Zuschauer – zumindest für einen Wimpernschlag – so, wie den Schauspielern das ganze Stück über: Geblendet von den auf sie gerichteten Scheinwerfern „sehen“ sie nur bis zum Bühnenrand.
Vom Typischen zum Besonderen: Unlängst fanden in NRW einige beachtliche Themenausstellungen zur avancierten zeitgenössischen Plastik statt, die etwa ihrer biomorphen Formsprache und der Verwendung aktueller Materialien nachgingen.
Hand in Hand sitzen sie am Krankenbett. Zu sehen sind auf dem Schwarzweiß-Foto von Nobuyoshi Araki (*1940) nur die Hände und die schneeweißen Laken. Eine Dokumentation der Zusammengehörigkeit, ein Bild der Liebe, eine Ahnung von Endgültigkeit.
Mit dieser Perspektive auf das Werk von Franz Erhard Walther konnte man nicht rechnen. Das Krefelder Haus Lange widmet sich diesem wichtigen Künstler.
Auch b.10, die zehnte Premiere von Ballettchef Martin Schläpfer mit dem Ballett am Rhein in Düsseldorf ist wieder ein ästhetischer Genuss: Purer Tanz in höchster Vollendung zu postmodernen Kompositionen von Schnittke, Lachenmann und Strawinsky.
Kein Sonntagsausflug für die Familie ist das Familien-Tanztheater „Kölnstantinopel“ der Gruppe bodytalk an der Bühne der Kulturen in Ehrenfeld, sondern ein Tanztheater der Extreme.

Die Skyline im Blick
Benjamin Schmid in Düsseldorf – Klassik am Rhein 06/26
Liebe ohne Chancen
„Tancredi“ als queeres Drama an der Kölner Oper – Oper in NRW 06/26
Emotionaler Kraftakt
„Il Trovatore“ an der Düsseldorfer Rheinoper – Oper in NRW 06/26
Klangschlacht
„Verdi Requiem“ an der Essener Philharmonie – Klassik an der Ruhr 06/26
Zäher Überlebenswille
Silke Z über mögliche Fördermittel für Kölns Tanzszene – Tanz in NRW 06/26
Mitten im Leben
„Lebensräume“ in der Photographischen Sammlung in Köln – Kunst in NRW 06/26
Urbaner Sound
Kuu! in der Wuppertaler Insel – Improvisierte Musik in NRW 06/26
Weitsicht bei Nacht
Pfingstoratorium „Die Sieben Gaben“ im Kölner Dom – Klassik am Rhein 05/26
Strukturen der Lebenswelt
Carl Grossberg im Wuppertaler Von der Heydt-Museum – Kunst in NRW 05/26
Im Doppelpack
Joana Mallwitz trifft Alice Sara Ott in Essen und Köln – Klassik an der Ruhr 05/26
Erfolge in dürren Zeiten
7. Circus Dance Festival in Köln – Tanz in NRW 05/26
Liebe gegen Perfektion
Uraufführung von Sarah Nemtzovs Oper „Wir“ in Dortmund – Oper in NRW 05/26
Altes Thema neu erzählt
„Picture a day like this“ an der Oper Köln – Oper in NRW 05/26
Der Plan des Bösen
„Freischütz“ an der Bonner Oper – Oper in NRW 04/26
Werke der Meister
Die Scharf Collection im Kunstpalast Düsseldorf – Kunst in NRW 04/26
Der ganze Brahms
Vier Sinfonien an zwei Abenden in Dortmund – Klassik an der Ruhr 04/26
Intensiver Stoff
9. Internationales Bonner Tanzsolofestival – Tanz in NRW 04/26
Warmes Wummern
Larry Goldings Trio in Dortmund und Düsseldorf – Improvisierte Musik in NRW 04/26
Streifzug durch New York
Leonard Bernsteins Musical „On the Town“ in Duisburg – Oper in NRW 04/26
Zwei Wahlberliner
Simon Rattle in der Kölner Philharmonie – Klassik am Rhein 04/26
Die Gitarre für jede Tonart
Hanno Busch in Gelsenkirchen, Köln und Viersen – Improvisierte Musik in NRW 03/26
Surreale Realitäten
Marianna Simnett im Max Ernst Museum in Brühl – Kunst in NRW 03/26
In Bochum an der Themse
„Eine Bühne voller Händel“ im Bochumer Musikforum Ruhr – Klassik an der Ruhr 03/26
Chorstadt rund um den Dom
Drei Konzerte an einem Tag in Köln – Klassik am Rhein 03/26
Helden und große Gefühle
Die fulminanten Choreographien von Brig Huezo – Tanz in NRW 03/26