Neulich, nach einem Konzert in einer eh schon intimen Bar, bin ich auf einer noch intimeren Party in einer Altbau-WG gelandet. Stuck und Parkett hatten ein wenig Patina, die Gäste nicht. Trotzdem herrschte Stille, kein Flüstern, kein „Hey, wie geht’s?“.Der Grund dafür befand sich im Nebenzimmer: zwei Musiker. Sie an der Violine, er an der Akustikgitarre,und Gesang. Keine Verstärker, keine Mikrofone.
Wenn man in einem Zeugnis liest „Er hat sich redlich bemüht ...“, dann heißt das im Klartext, dass es eben doch nicht ganz gereicht hat. So ist es auch mit dieser mit großem, persönlichen Engagement und für einen guten Zweck – der Erlös geht an soziale Einrichtungen – produzierten Musical-Aufführung der Düsseldorfer „Creative Arts Group e.V.“
Fazil Say ist ein international agierender klassischer Pianist, der auch Ausflüge in den Jazz oder in ethnologische Konfrontationen sehr schätzt. Er ist aber auch ein sehr politischer Mensch, der sich stets verbal mit allen anlegt, die ihm an die Freiheit wollen. „Leben! Wie ein Baum, einzeln und frei und brüderlich wie ein Wald, das ist unsere Sehnsucht.“
Ein gemütlicher Dreivierteltakt suggeriert Normalität. Brigitte und ihr jüngerer Freund Moussa stehen in einer kreisrunden Wandöffnung. Vereint, vertraut, seit Jahren. Irgendwo in einem europäischen Land. Doch der Schein trügt. In streng nach vorne gesprochenen Monologenumschreiben sie ihre Beziehung, und das klingt nicht gut.
Utrecht, diese vitale Bischofsstadt mit dem Flair früherer großer Epochen, erlebte seine größte Blüte im Mittelalter: als ökonomisches, politisches und kulturelles Zentrum der nördlichen Niederlande. Dazu trug im 13. Jahrhundert der Bau des Domes bei. Mit dem Reichtum des Bürgertums im Rücken und Aufträgen aus ganz Europa entwickelten sich hier Bildhauer-Schulen auf höchstem Niveau.
Einfach auf den Rücken legen, ein Kissen unter den Kopf, Augen schließen und zuhören. Viele Formen sind denkbar, Musik live zu genießen. In den Zeiten der Entschleunigung und des Chillens verwundert es nicht, dass wache Musiker der aktuellen Musikszene immer deutlicher das Wohl ihres Publikums ins Visier rücken.
Das Museum Folkwang in Essen zeigt die Bleistifzeichnungen Sebastian Rugs. Akribisch gezogene feine Striche, die stets in Bewegung zu sein scheinen. Rug schafft es, die so klassische Kunst der Zeichnung zeitgenössisch zu interpretieren.
Am 18. und 19.5. feierten Tausende vor der idyllischen Kulisse der Hünxer Landschaft mit dem Ruhrpott Rodeo das größte Punkrockfestival Deutschlands.
Vom 27.4. bis 7.5. fand „tanznrw13“ in acht Städten statt. Als Fazit bleibt: Das einzige landesweite Tanzfestival bedarf dringend eines Relaunches.
Zu den Enfants terribles der Freien Tanzszene zählt Ben J. Riepe, der jetzt im Rahmen des Festivals tanznrw13 seine neue Choreografie zeigte: „Don’t Ask, Don’t Tell“ möchte das unterschiedliche Verständnis von Körper und Intimität zweier Kulturen thematisieren.

Liebe und Leid
„Hoffmanns Erzählungen“ an der Oper Köln muss umgeplant werden – Oper in NRW 11/26
Abend der Kontraste
Dortmund zeigt im Doppel „Cavalleria rusticana“ und „Gianni Schicchi“ – Oper in NRW 11/26
Die Schönheit der Verletzung
INSCRIT – Schreiben mit dem Körper: Eine Ausstellung für Raimund Hoghe – Tanz in NRW 11/26
Paradies der Tiere
Franz Marc in der Kunstsammlung NRW in Düsseldorf – Kunst in NRW 11/26
Szenen eines intensiven Musikerlebens
Michael Wollny in der Philharmonie Essen – Improvisierte Musik in NRW 11/26
Abschied und Aufbruch
„Meisterstücke“ im Bochumer Musikforum Ruhr – Klassik an der Ruhr 11/26
Magische Klarinette
erstKLassik! im Robert-Schumann-Saal Düsseldorf – Klassik am Rhein 11/26
Anfassen statt digitalisieren
Das Festival Urbäng 2026 am Orangerie Theater – Tanz in NRW 10/26
Tödlicher Strudel der Politik
„Tosca“ am Musiktheater im Revier Gelsenkirchen – Oper in NRW 10/26
Drama im Goldrausch
„Mädchen aus dem goldenen Westen“ am Opernhaus Bonn – Oper in NRW 10/26
Kehrseite der Fröhlichkeit
Niki de Saint Phalle im Kunstpalast in Düsseldorf – Kunst in NRW 10/26
Die magische Zehn
Gustav Mahler Sinfonie Nr. 10 im Konzerthaus Dortmund – Klassik an der Ruhr 10/26
Orgel reloaded
Orgelmixturen 2026 in der Kunst-Station Sankt Peter – Klassik am Rhein 10/26
Grenzenlose Klangkultur
Das Festival Multiphonics in Köln – Improvisierte Musik in NRW 10/26
Große Romantik
Köln feiert vier Jahrzehnte Kölner Philharmonie – Klassik am Rhein 09/26
Töne aus tiefer Seele
Dortmunds Eröffnungsprogramm folgt dem depressiven Zeitgeist – Klassik an der Ruhr 09/26
Dieser Train war nie zu stoppen
Die Jazzikone John Coltrane wurde vor 100 Jahren geboren – Improvisierte Musik in NRW 09/26
Kunst der Gegenwart
Jon Rafman im K21 in Düsseldorf – Kunst in NRW 09/26
Genau diese Freiheit braucht die Kunst
Das großartige Barnes Crossing feiert 20-Jähriges – Tanz in NRW 09/26
Eine Komödie um die Zeit
Oper Köln kehrt an den Offenbachplatz zurück – Oper in NRW 09/26
Alles Blau
Neue Intendanz am Musiktheater im Revier – Oper in NRW 09/26
Die Erotik des Tanzes
Rafaële Giovanola erhält den Deutschen Tanzpreis – Tanz in NRW 08/26
Vielfalt und Ambitionen
Die Opernsaison 2026/27 an Rhein und Ruhr - Oper in NRW 07/26
Konstruktionen der Natur
Bernhard Fuchs in Haus Esters in Krefeld – Kunst in NRW 07/26
Jazz aus Südafrika
Pianist Nduduzo Makhathini mit der WDR Big Band in Köln – Improvisierte Musik in NRW 07/26