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Heimsuchung

Heimsuchung – Eine Jahrhundertgeschichte
Deutschland, Frankreich 2026, Laufzeit: 118 Min., FSK 12
Regie: Volker Schlöndorff
Darsteller: Lars Eidinger, Martina Gedeck, Susanne Wolff

Meine Meinung zu diesem Film

Alles fließt seinem Ende zu....
Olli (107), 20.10.2026

In Schlöndorffs "Heimsuchung" waren die Handlungen aus meiner Sicht immer auf das Zuende-Gehen ausgerichtet. Jedenfalls war das meine Erwartungshaltung. Alles was ist, fließt unweigerlich auf sein Ende zu, wie auch immer dieses aussehen wird. Und irgendwann taucht wieder etwas Neues auf, das aber dem gleichen Prinzip unterliegt.
Der Film folgte dem gleichen Prinzip wie "In die Sonne schauen": Eine Geschichte über rund 100 Jahre auf einem Grundstück (in Ostdeutschland) . Schlöndorffs Erzählstrang war für mich aber besser geordnet und die Zeitläufte für mich besser nachzuverfolgen als bei der Geschichte auf dem Altmarkhof von Mascha Schilinski.
Mir kam es vor, als ob hier Schlöndorff seine eigenes Lebenszeit künstlerisch verarbeitet, also irgendwie ein Gesamtkunstwerk über seine Lebenserfahrungen erstellt hat.

Schlöndorff kann es noch
Raspa (412), 15.10.2026

Sieh an, 60 Jahre ( ! ) nach seinem ersten Spielfilm, der damals sehr gewagten "Törless" - Bearbeitung nach Robert Musil, wagt sich der alte Herr noch einmal an eine sehr komplexe Literatur - Verfilmung. Es geht um ein Panorama deutscher Geschichte von den 30er Jahren bis in die frühe Wendezeit, und, wie Schlöndorff in einem Interview ausführte, gibt es in keiner Phase ein rein privates Leben, eines, das nicht von der Politik bestimmt würde. Einen Aspekt würde ich gerne herausgreifen, und zwar den des Opportunismus, der gerade in nicht - demokratischen Epochen immer eine ganz wichtige Rolle spielt. Da ist zum einen der von Lars Eidinger gespielte Architekt, der beim Grundstückskauf die Not des jüdischen Fabrikanten ( sehr dezent von U. Mattes verkörpert ) ausnutzt, dann gerne neben A. Speer für den Führer arbeiten würde, nach 1945 in der DDR wieder Karriere zu machen versucht, bis ein unglücklicher Umstand ihn zur Flucht in den Westen zwingt.
Und dann ist da die Schriftstellerin ( Martina Gedeck ), die als während der Nazi - Zeit in die Sowjetunion Exilierte in der DDR hohes Ansehen genießt, es aber ablehnt, diese Privilegien aufs Spiel zu setzen, z.B. als es um die Resolution gegen die Ausbürgerung von Wolf Biermann geht. Sie erinnert ein wenig an Anna Seghers, zweifellos eine bedeutende Schriftstellerin, der es aber auch an der Courage fehlte, verfolgte Berufsgenossen zu verteidigen.
Mein Fazit auf jeden Fall: Sehenswert.

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