
Blood & Sinners
USA 2025, Laufzeit: 131 Min., FSK 16
Regie: Ryan Coogler
Darsteller: Michael B. Jordan, Hailee Steinfeld, Jack O'Connell
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Origineller Genremix
Die Macht der Musik
„Blood & Sinners” von Ryan Coogler
Mit seinem fünften Langfilm „Blood & Sinners“ hat Ausnahmeregisseur Ryan Coogler schon jetzt Filmgeschichte geschrieben. Für 16 Oscars ist sein wilder und origineller Genremix nominiert und hat damit die bisherigen Rekordhalter „Alles über Eva“, „Titanic“ und „La La Land“ mit jeweils 14 Nominierungen übertrumpft. Coogler hat sich seit seinem Debüt „Nächster Halt: Fruitvale Station“ aus dem Jahr 2013, in dem er auf empathische Weise einen Blick auf Polizeigewalt gegen PoC geworfen hatte, rasch in Hollywood emporgearbeitet und nach dem „Rocky“-Ableger „Creed“ die beiden „Black Panther“-Filme aus dem Marvel Cinematic Universe betreut (der dritte befindet sich gerade in Produktionsvorbereitung). Immer mit dabei war sein Lieblingsdarsteller Michael B. Jordan, der nun in „Blood & Sinners“ eine Doppelrolle als Zwillingspaar spielt und dafür nun seine erste Oscar-Nominierung erhalten hat. Der Film ist auf weite Strecken unberechenbar und wechselt mehrfach die Tonalität und seine narrative Ausrichtung, was in technischer Hinsicht exzellent von einer mitreißenden Kameraführung und einem einfallsreichen Schnitt unterstrichen wird.
Im Jahr 1932 kehren die Zwillingsbrüder Smoke und Stack (je Michael B. Jordan) nach sieben Jahren aus Chicago ins Mississippi-Delta zurück, in dem sie aufgewachsen sind. Sie sind im Norden zu einer Menge Geld gekommen und wollen nun in ihrer alten Heimat einen Juke Joint eröffnen, eine Kneipe, die speziell für PoC ausgelegt ist. Sie engagieren Priestersohn Sammie (Miles Caton) und Blues-Legende Delta Slim (Delroy Lindo) für die musikalische Untermalung. Doch deren entfesselte Bluesmusik beschwört auch die Geister Verstorbener herauf, die als Vampire über die Feiernden herfallen und deren Reihen gehörig lichten.
Bevor es zu diesem entscheidenden Story-Twist kommt, ist „Blood & Sinners“ eher ein Südstaatendrama mit Gangsterfilmelementen, in dem auch die Bluesmusik schon eine entscheidende Rolle spielt. Mit dem Aufkommen der Horroraspekte fühlt man sich wiederholt an Robert Rodriguez‘ „From Dusk Till Dawn“ erinnert, in dem ebenfalls eine Bar von Vampiren heimgesucht wurde. Hier wie dort sind die grausam-blutigen Vorkommnisse mit jeder Menge schwarzem Humor gemischt, der die explizit ausgespielten Splatterszenen effektvoll konterkariert. Aber „Blood & Sinners“ bietet mehr, denn er bleibt durchweg auch ein präzises Segregations-Drama, das die Benachteiligung Dunkelhäutiger in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts thematisiert und auch Schlaglichter auf die gewalttätigen weißen Anhänger des Ku-Klus-Klans wirft. In dieser Hinsicht steht Ryan Cooglers Film in der Tradition des Blaxploitation-Kinos der 1970er Jahre, als erstmals in großem Stil der Kinomarkt für PoC entdeckt wurde, was aktuell eine Renaissance erlebt. Auch wenn der Unterhaltungswert hier im Vordergrund steht, ist „Blood & Sinners“ technisch so herausragend gestaltet und inhaltlich so gehaltvoll, dass er auch ein anspruchsvolleres Publikum zufriedenstellen wird.

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