Blackhat
USA 2015, Laufzeit: 127 Min., FSK 16
Regie: Michael Mann
Darsteller: Chris Hemsworth, Tang Wei, Lee-Hom Wang
>> www.blackhat-film.de
Seit wann haben Programmierer Muskeln?
BertramLikursi (6), 10.02.2015
Michael Mann ist ein fantastischer, ein großer Regisseur des klassischen, echten Hollywood-Kinos, daran gibt es keinen Zweifel. Ein Film wie 'Heat' lohnt noch zwanzig Jahre nach seiner Produktion jedes erneute Schauen - Dichte, Intensität, Bildsprache und Figurenzeichnung gelangen in der Vergangenheit nur wenigen Regisseuren mit solcher Präzision wie eben Michael Mann. Auch jüngere Arbeiten wie 'Collateral' oder auch 'Miami Vice' sind starke, intensive Thriller, die aus guten Gründen im cineastischen Gedächtnis bleiben und nachwirken.
Leider gelingt Michael Mann mit 'Blackhat' ein solcher Wurf nicht, die Geschichte hakt und klemmt an allen Ecken und Enden. Vielleicht liegt es am Sujet, vielleicht ist die Cyber-Kriminalität, das Hacken, das Total-Digitale einfach nicht Manns Terrain. Mann ist, so könnte man sagen, ein Regisseur der alten Schule, analoges Kino mit analogen Protagonisten - hier passt es nicht.
Ungeachtet dessen, dass ein muskulöser Schönling, obendrein ausgebildeter Faustkämpfer und Hobby-Ermittler mit Söldner-Attitüde, nicht glaubhaft einen der besten Hacker (und damit Programmierer) des Planeten darzustellen vermag - kommt in Blackhat viel zu selten die typische Mann-Intensität menschlicher Existenz zum Vorschein.
Zu oft verstrickt sich der Film in lange Ödnis vor dem Bildschirm, das ist kein filmischer Hochgenuss. Und gar nicht erst anfangen wollen wir von den inhaltlichen Absonderlichkeiten: So lässt sich beispielsweise der nationale NSA-Chef von dem billigsten E-Mail-Phishing-Trick der Welt hinters Licht führen und was als Angst vor einer weltweiten atomaren Kernschmelze begann, entpuppt sich am Ende als eine mehr als langweilige Börsenmanipulation im Zinnhandel. Leider kein guter Film.
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