Kinokalender
Mo Di Mi Do Fr Sa So
31 1 2 3 4 5 6
7 8 9 10 11 12 13

12.598 Beiträge zu
3.823 Filmen im Forum

Junge Musik voller Überraschungen: Eyal El Wahab von El Khat
Foto: Matan Caspi

Drogen, Dub und düsterer Country

28. Februar 2023

Thurston Moore, Robert Forster und andere – Unterhaltungsmusik 03/23

In der zweiten Hälfte der 70er Jahre war Dennis Bovell in London ein, wenn nicht das bedeutendste Bindeglied zwischen (Dub-)Reggae und (Post-)Punk. Durch ihn kamen die 77er-Punks zum Reggae, er wiederum machte nicht nur Reggae und Dub Platten, sondern produzierte auch Klassiker des Post-Punk u.a. von The Slits. Um 19.30 Uhr ist im Filmhaus Kino die großartige Small Axe-Episode „Lovers Rock“ (2020) von Steve McQueen zu sehen, um 20.30 Uhr gibt es dann einen Artist Talk mit Dennis Bovell und dem Musikjournalisten Olaf Karnik und von 21.30 bis 23.30 Uhr dreht Dennis Bovell ein DJ-Set (3.3. 19 Uhr, Filmhaus Kino). The Thurston Moore Group besteht aus dem ehemaligen Sonic Youth-Gitarristen Thurston Moore, seinem langjährigen Kollegen Steve Shelley am Schlagzeug, Bassistin Deb Googe (My Bloody Valentine) und Gitarrist James Sedwards (Nøught). Gemeinsam entfalten sie einen Sound zwischen Drones, Minimal-Rock und ganz konkreten Rock-Stompern – alles verwoben in Moores unverwechselbarem Sound (17.3. 20 Uhr, Kulturkirche).

Das Ehepaar Brett und Rennie Sparks macht als The Handsome Family seit 1993 düster-melancholische Americana, die es u.a. auch als Intro in die Serie „True Detective“ geschafft hat. Zehn Alben sind bislang erschienen, seit „Unseen“ aus dem Jahr 2016 sind nun aber schon wieder sieben Jahre vergangen. Umso schöner, sie wieder mal live erleben zu können (22.3. 20 Uhr, Artheater). Die jemenitisch-jüdische Band El Khat aus Tel Aviv dekonstruiert die musikalischen Wurzeln der Bandmitglieder. El Khat ist die Bezeichnung einer Droge und tatsächlich klingt die Musik wie eine leichte Verfremdung nahöstlicher Elemente, in die immer wieder verwehte Pop-, Rock- und Jazz-Elemente hineinschleichen. Eine Musik voll wunderbarer Überraschungen (23.3. 20 Uhr, Bumann & Sohn). Die Go-Betweens-Legende Robert Forster läuft auf seinem neuen Album „The Candle and the Flame“ zu Bestleistung auf – trotz oder wegen persönlicher Dramen. Sein eleganter Pop dringt nicht zuletzt durch Forsters Stimme tief in die Seele. Auf „She‘s a fighter“ spielt er gar mit der ganzen Familie – Sohn Louis, Tochter Loretta und der deutschen, an Krebs erkrankten Ehefrau Karin Bäumler. Das ist nicht nur berührend, sondern auch musikalisch sehr eindringlich (30.3. 20 Uhr, Stadtgarten).

Christian Meyer-Pröpstl

Hat Ihnen dieser Beitrag gefallen? Als unabhängiges und kostenloses Medium sind wir auf die Unterstützung unserer Leserinnen und Leser angewiesen. Wenn Sie uns und unsere Arbeit finanziell mit einem freiwilligen Betrag unterstützen möchten, dann erfahren Sie über den nebenstehenden Button mehr.

Neue Kinofilme

Ein Minecraft Film

Lesen Sie dazu auch:

Einstürzende Musikbrücken?
Die 15. Ausgabe von Acht Brücken könnte die letzte sein – Festival 04/25

Giftige Melodien
24/7 Diva Heaven im MTC

Melancholisch und gewaltig
Engin in Köln

Endlich Headliner
Elephant im Tsunami

Die Musikfestivals sprießen
Schon der Frühling ist Festivalzeit – Unterhaltungsmusik 04/25

Jazz für Rap-Fans
Kamasi Washington im Carlswerk Victoria

Salz, Wind und Liebe
Anna B Savage im Bumann & Sohn – Musik 03/25

Altmeister und Jungspunde
Konzerte von und für alle Generationen – Unterhaltungsmusik 03/25

Wärme, Nähe, Authentizität
Noah Derksen in den Hängenden Gärten von Ehrenfeld – Musik 02/25

Klavier statt Karneval
Ein Februar mit guter Musik – Unterhaltungsmusik 02/25

Nicht alle sind supersympathisch
(Kinder-)Geburtstags- und Weihnachtsfeiern on Stage – Unterhaltungsmusik 12/24

Noise, Rap und Migration
Zwischen Bühne und Buchdeckel – Unterhaltungsmusik 11/24

Musik.

HINWEIS