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Erschütternd normal

26. Februar 2026

Intro – Gegenwehr

Wer für Diskriminierung eintritt, ist kein Verteidiger der Meinungsfreiheit. Für viele aber war genau das Charlie Kirk, der rechtsradikale, christlich motivierte US-amerikanische Aktivist, der am 10. September 2025 durch ein Attentat ums Leben kam. Unterstützer priesen ihn für seine Debattierfreude gegenüber politischen Gegnern. Dabei sind viele seiner rassistischen, frauenfeindlichen, homophoben oder islamophoben Aussagen überliefert. Sein Vorgehen führte vor, wie die Gegner freiheitlicher Gesellschaften ihre Botschaften wirken lassen: Sie zweifeln an Errungenschaften, deren Wert in Demokratien schlicht außer Frage stehen sollte – darunter Gleichberechtigung, Selbstbestimmung und Gleichheit vor dem Gesetz; denn allenfalls kann es doch darum gehen, diese Errungenschaften zu verbessern und auszuweiten! Die vorgebliche Debattierfreude, die mustergültig Charlie Kirk vorführte, dient dazu, an den Rechten von Gruppen und Minderheiten zu rütteln und den Zweifel daran in der Gesellschaft zu verankern. Dieser Verbund aus religiösen und paternalistischen Motiven wirkt auch hierzulande, wenn um die Gleichberechtigung von Frauen gestritten wird. Dem geht unser Monatsthema Gegenwehr nach.

Unsere Leitartikel legen offen, wie ein internationales Netz fundamentalistischer Christen versucht, Persönlichkeitsrechte und demokratische Werte zu untergraben, wie allgegenwärtig Frauen durch Gewalt bedroht sind und wie die Gesellschaft weiterhin Druck auf Frauen ausübt, die sich für einen Schwangerschaftsabbruch entscheiden.

In unseren Interviews diskutiert der Religionssoziologe Gert Pickel, warum viele jüngere Menschen Gefallen an traditionellen Geschlechterrollen finden, dieJuristin Susanne Beck, wie der Gewalt gegen Frauen vorgebeugt werden kann und dieMedizinerin Alicia Baier, was hinter dem Streit um Schwangerschaftsabbrüche steht.

In unseren Lokalbeiträgen erfahren wir, warum sich die Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus Köln mit Frauenfeindlichkeit auseinandersetzen muss, wie dieFrauenberatungsstelle Duisburg Frauen in schwierigsten Lagen hilft und wie im Frauenverband Courage in Wuppertal Frauen ihre eigenen Interessen vertreten.

Aufsehenerregende Fälle von Gewalt gegen Frauen, vor allem sexueller Gewalt, erschüttern uns regelmäßig. Der Kreis der Täter im Fall Jeffrey Epstein weitet sich täglich. Ob es jemals gewiss sein wird, die viele Frauen und Minderjährige ihm und seinen Mittätern und Mittäterinnen zum Opfer gefallen sind, ist zweifelhaft. Gisèle Pelicot, die von ihrem Ex-Mann betäubt und Männern zur Vergewaltigung überlassen worden war, beeindruckt durch die Stärke, die sie ausstrahlt. Beide Fälle zusammen verdeutlichen: Gewalt gegen Frauen ist nicht spektakulär, sondern alltäglich. Und sie ist natürlich nicht an eine soziale Klasse gebunden. Um sie zu verhindern, braucht es eine ganze aufmerksame Gesellschaft.

Dino Kosjak/Chefredaktion

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