Sightseers
GB 2012, Laufzeit: 95 Min., FSK 16
Regie: Ben Wheatley
Darsteller: Alice Lowe, Steve Oram, Eileen Davis, Roger Michael, Tony Way
>> www.sightseers.de
Tja...
Matt513 (270), 06.04.2013
trotzdem ich den Anfang dieses Films gesehen habe (vielen Dank für diesen unsterblichen Hinweis ;)), wollte er sich mir nicht richtig erschließen.
Der Zusammenschnitt im Trailer vermittelt ein verkehrtes Bild. Der Rhythmus ist gemächlicher. Eine britische Landpartie. Der Film hat hier seine angenehmen Momente; der Lake District im Morgennebel, die schroffe Natur, die kleinen, liebevoll gepflegten Sehenswürdigkeiten.
Eine Schwäche des Films ist dann sein schwindendes Format. Den ersten Toten konnte man mit zugedrücktem Auge ja noch halbwegs rechtfertigen. Danach reicht ein herrisches Wort, dann eigene Intoleranz, am Ende reiner Trotz. Gut, 'kann man einen Film von machen, aber bitte, selbst von einer ‚schwarzen britischen Komödie‘ hätte ich mir irgendwas von Sinn oder Moral erwartet, um das Sterben zu rechtfertigen. Weil im Prinzip verhalten sich die beiden nicht besser als Urzeitmenschen. Da ist dieser ikonische Moment, in dem Chris triumphierend die Arme in die Luft wirft wie der Affenmensch in Kubricks 2001, nachdem jener das Werkzeug des Todes gebrauchen gelernt hat, mit dem er den Fortbestand des eigenen Stammes sichern wird. Töten um selbst zu überleben; ist es das, worum's hier geht? Und wenn ja, dann wirklich notwendig in einer zivilisierten Gesellschaft? Fühlt Chris sich bedroht? Warum? Fragen über Fragen. Indes eine Betrachtung der verkürzten CO2-Bilanz jedes Toten, gepaart mit der Hypothese, ob Mord ‚grün‘ sei – yes, das hatte das Zeug zum Klassiker :).
Zu Chris und Tina: Ihr absonderliches Verhalten verbindet sie bis zur sexuellen Stimulanz. Dieser irrwitzige Blick, den sie bisweilen tauschen; das hat was von Bonnie and Clyde. Jedoch bleiben beide Charaktere im Film zu unterentwickelt, als daß völlig klar wäre, warum sie sich ausgerechnet so verhalten. Was vielleicht auch den in Film gezeigten begrenzten schauspielerischen Qualitäten beider Hauptdarsteller geschuldet ist. Kaum zu glauben, daß Lowe und Oram einen Teil der Ideen für diesen Film ausgerechnet beim Theater entwickelt haben.
Ich hatte mir mehr versprochen; immerhin bereits nach 5 Minuten eine seltsame Eingebung zu gehen. `Hätte ich ausleben sollen.
P.S.: Nach Ansicht des Trailers; wer den Film sehen mag, dem sei das OmU empfohlen.
Bis zum Schluss
gabygraugans (1), 13.03.2013
Es gibt Filme, die kann man nur richtig verstehen, wenn man den Anfang gesehen hat.
Natürlich ist auch in "Sightseers" der Anfang wichtig: wer hätte nicht gern NICHT so eine Mutter...
Aber der Clou ist der Schluss - wir verstehen, warum gerade diese zwei Menschen sich zueinander hingezogen fühlen!
Dazwischen liegt eine breite Palette an Möglichkeiten, die eigenen Urteile auszuleben, spießig hin oder her. Kultur erleben im Bleistiftmuseum, Technik bestaunen am Fahrrad-Wohnanhänger und Gemütlichkeit mit Plüschwesen aller Farbschattierungen teilen.
Lassen Sie es sich wohlergehen mit diesem verliebten Paar!
ggg
„Es ist vertraut, aber dennoch spannend“
Schauspielerin Barbara Auer über „Miroirs No. 3“ – Roter Teppich 09/25
Weinende Wände
Das Filmtheater als Begegnungs- und Spielstätte – Vorspann 09/25
„Das Leben ist absurd, nicht der Film“
Regisseur Elmar Imanov über „Der Kuss des Grashüpfers“ – Gespräch zum Film 08/25
Jung-Bäuerinnen bei der Arbeit
„Milch ins Feuer“ im Odeon – Foyer 08/25
Drama, Baby?
Das Arthouse und der Schenkelklopfer – Vorspann 08/25
Gar nicht mal so stumm
Die Internationalen Stummfilmtage in Bonn 2025 – Festival 08/25
Sommergefühle
Leichte Kino-Kost im Juli – Vorspann 07/25
Im Abschiebegefängnis
„An Hour From the Middle of Nowhere“ im Filmhaus – Foyer 06/25
Fortsetzung folgt nicht
Serielles Erzählen in Arthouse und Mainstream – Vorspann 06/25
Wohnen im Film
Die Reihe Filmgeschichten mit „Träumen von Räumen“ im Filmforum NRW – Filmreihe 05/25
Der Filmfrühling ist angebrochen
Die erste Jahreshälfte startet mit bedeutenden Filmfestivals – Vorspann 04/25
Filmischer Feminismus
Das IFFF 2025 in Köln – Festival 04/25
Über die Todesangst
„Sterben ohne Gott“ im Filmhaus – Foyer 03/25
Alles für die Musik
Publikumspremiere von „Köln 75“ im Cinenova – Foyer 03/25
Schlechte Zeiten?
Merz im März und ernste Kost im Kino – Vorspann 03/25
Mit Trauer umgehen
„Poison – Eine Liebesgeschichte“ im Odeon – Foyer 02/25
Gute Zeiten
Wie lang darf ein Film sein? – Vorspann 02/25
Bittersüße Dystopie
„Ein schöner Ort“ in der Aula der KHM – Foyer 01/25
Zeit-Fragen
Symposium der dokumentarfilminitiative im Filmhaus – Foyer 01/25
Kino als Empathie-Maschine
Warum wir Kino in Zukunft mehr brauchen denn je – Vorspann 01/25
Stark durch Solidarität
„Billige Hände“ im Filmhaus – Foyer 12/24
22 Bahnen
4.9.2025
Übers Ankommen in Deutschland
„Zwischen Sein und Nichtsein“ von Leocadie Uyisenga – Film 12/24
Beule – Zerlegt die Welt
Start: 11.9.2025
Kill the Jockey
Start: 18.9.2025