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Amrum

Amrum
Deutschland 2025, Laufzeit: 93 Min., FSK 12
Regie: Fatih Akin
Darsteller: Jasper Billerbeck, Diane Kruger, Laura Tonke
>> www.warnerbros.de/de-de/filme/amrum

Meine Meinung zu diesem Film

Der Mensch lebt nicht vom (Weiß-) Brot allein
Olli (90), 06.02.2026

Der Film basiert auf den Lebenserinnerungen von Hark Bohm, verkörpert durch den kleinen Manning. Sein fast übermenschlicher Einsatz, für die Mutter ein Stück Weißbrot mit Butter und Honig zu organisieren, ist beeindruckend. Er zeigt aber auch, wie gut gemeinte Bemühungen ins Leere laufen können. Die Wirren des Krieges gehen an der abgelegenen Nordseeinsel nicht vorüber. Auch der scheinbar so idyllische Insel-Kosmos bleibt von der Zerwürfnissen in der Gesellschaft durch Nationalsozialismus und Krieg nicht verschont.

Hark Bohm am Ende noch einmal auf die Leinwand zu bringen, empfand ich als eine eindrucksvollen Rückblich auf sein Leben und gleichzeitig einen markanten letzten Gruß an sein Publikum.

Eine Kindheit am Kriegsende
Raspa (404), 05.11.2025

Ich hatte vor dem Kinobesuch zwei extrem unterschiedliche Rezensionen gelesen: Eine sehr wohlwollende in epd, eine sehr übelwollende, fast schon vernichtende in der ZEIT. Keiner von beiden kann ich mich nicht voll und ganz anschließen, sehe aber doch eher die Vorzüge als die Schwächen. Ein wenig erinnerte mich die ganze Situation an die "Deutschstunde" von S. Lenz, die ja auch verfilmt wurde: Die norddeutsche Landschaft, die eher wortkargen Menschen, der Konflikt zwischen den Systemtreuen und den Individualisten, nur dass die Handlung bei Lenz nicht erst kurz vor Ende des Krieges beginnt.
Sehr gut wird von Akin der junge Jasper Billerbeck als kindlicher Protagonist Nanning ( Hark Bohms alter ego in diesem Alter ) geführt. Mit seinem meist ernsthaft - verwunderten Gesichtsausdruck, mit dem er das Verhalten seiner Umgebung zu erfassen trachtet, seiner braven Ponyfrisur und der kurzen Hose nimmt man ihm das Kind dieser Epoche unbedingt ab. Auch Laura Tonke ist für die Darstellung der schrecklich unbelehrbaren Mutter, die Hitler geradezu vergöttert, zu loben, denn diese irregeleitete Fanatikerin zu spielen, war gewiss keine leichte Aufgabe. Schön fand ich auch den Gebrauch des einheimischen, untertitelten Idioms, das erstaunliche Parallelen zum Englischen aufwies, nicht nur bei der typischen Grußformel "God Dei".
Ja, vielleicht wurde es zum Ende hin etwas sentimental, und ob Hark Bohm selbst im Schlussbild versonnen in die Wolken blicken muss, mag fraglich sein. Dennoch denke ich, dass er im Großen und Ganzen mit der Verfilmung seiner Erinnerungen zufrieden sein wird. Ich war es auch.

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