Der eine sitzt im Rollstuhl, der zweite ist gelähmt, der dritte beinahe erblindet. Und jeder der drei Twentysomethings ist noch Jungfrau. Das beschließen die belgischen Freunde zu ändern und brechen mit einer resoluten Betreuerin gen Spanien auf, wo ein Bordell auf ihre Bedürfnisse ausgerichtet ist. Augenzwinkernd und beseelt folgt Geoffrey Enthovens tragikomisches und durchaus tiefgründiges Roadmovie „Hasta la Vista“ (Cinenova, Cinedom) dem ungewöhnlichen Gespann. Eine große, zärtliche Komödie, die in Belgien bereits zum Arthouse-Hit avancierte.
Auch Pierre Duculots berührendes Aussteigerdrama „Das Haus auf Korsika“ (Cinenova, Odeon) hat das Zeug zum Sommerhit. Die Großmutter vermacht der knapp 30-jährigen Christina ein heruntergekommenes Haus im Nirgendwo auf Korsika. Familie und Freund sind sich einig: Verkaufen. Christina aber sieht das anders, und entdeckt in der Ruine die Chance auf ein anderes Leben. Sympathisch verschroben ist Duculots Blick auf das ländliche Korsika und seine Einwohner, die bescheiden ihren Traum von Freiheit und Ungebundenheit leben.
Wie aufregend ein Echtzeit-Thriller sein kann, wenn man darüber hinaus bemüht ist, ohne spürbaren Schnitt zu inszenieren, zeigt „90 Minuten - Das Berlin Projekt“ (Filmhaus), eine kleine, aber elegant und gewitzt umgesetzte Jagd durch Berlin. Ein Leinwandstar (Blerim Destani) will sich an einem Sektenführer (Udo Kier) rächen. Dazu bleiben ihm 90 Minuten Zeit.
Außerdem neu in den Kinos: die Dokumentation „I Want to Run“ (Filmpalette, am Donnerstag in Anwesenheit von Achim Heukemes und Regisseur Achim Michael Hasenberg) sowie die beiden deutschen Komödien „Pommes essen“ (Cinedom, Metropolis) und „Bis zum Horizont, dann links!“ (Odeon, bereits am Mittwoch als Preview in Anwesenheit von Otto Sander; Residenz, UCI). Jason Segel und Emily Blunt sind derweil „Fast verheiratet“ (Cinedom, UCI), während der indonesische Actionkracher „The Raid“ (Cinedom, UCI, Woki Bonn) in einem Hochhaus zum Extrem-Showdown bittet.
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