Zum drängenden Sound der großartig aufspielenden Cellistin Jacqueline Hamelink prallt ein Paar mit wuchtigem Körpereinsatz aufeinander. Die Vorstellung von Lucie Petrusová und Joss Carter im Duett „T.+Bernadette“ überschreitet die Grenze vom Tanz zur Performance. Zwischen Waschmaschine und Cello begegnen sich ihr schlanker, kindlicher Körper und seine breite, über und über tätowierte Brust so vehement, dass man Angst vor Verletzungen haben muss. Männlicher Zorn begegnet einer geschmeidigen weiblichen Präsenz, die aggressive Energie wie selbstverständlich aufzulösen scheint. Mit einer inhaltlichen Motivation für dieses glühend getanzte Duett hält sich Kristel van Issum ebenso wenig auf, wie in der Solo-Choreographie „Girl29“. Auch hier gibt die Musik das Tempo mit der Stimme von Georgi Sztojanov vor, der über Gesang und Sprache die Performerin Tegest Pecht-Guido zum Tanz animiert. Die Klänge versetzen den Körper der kleinen, spannungsgeladenen Tänzerin in konvulsive Bewegungen. Kristel van Issums Tänzer wirken mitunter, als seien ihre Körper an einen Stromkreis angeschlossen.
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