Fatih Akin, Jahrgang 1973, ist in Hamburg als Sohn türkischer Einwanderer aufgewachsen. Nach einem Studium an der Hochschule für Bildende Künste hat er seit 1998 zehn Kinofilme gedreht, darunter „Im Juli“ und „Solino“. „The Cut“ ist nach „Gegen die Wand“ und „Auf der anderen Seite“ der dritte Teil seiner „Liebe, Tod und Teufel“-Trilogie und sein erster englischsprachiger Film.
choices: Herr Akin, „The Cut“ erzählt von dem Armenier Nazaret, der in den Wirren des Ersten Weltkriegs und des Völkermords in Armenien eine Odyssee durchlebt. Sie erzählen die Geschichte ausschließlich aus der Perspektive des Protagonisten und lassen größere historische und politische Hintergründe außen vor. Warum haben sie sich für diese Perspektive entschieden?
Fatih Akin: Gerade weil es ein so komplexer, unüberschaubarer Zusammenhang ist, wollte ich das streng aus der Perspektive eines Einzelschicksals erzählen, möglichst viele Augenzeugenberichte, Ereignisse und historische Zusammenhänge in den Blickwinkel dieses Einzelschicksals legen und auch mit der Kamera so umgehen, dass immer diese Person die Dinge sieht. Das ist eine filmische Regel, für die ich mich bei dem Film entschieden habe. Der Film hat ja nie den Anspruch erhoben, ein Film über den Völkermord zu sein. Er spielt vor diesem historischen Hintergrund ... wenn man so will, ist der Völkermord der erste Akt. Ich will ja keinen Propagandafilm oder Dokumentarfilm machen, ich will eine Geschichte erzählen. Wenn das den Zuschauer interessiert hat, wenn ihn das mitgenommen hat, dann geht er nach 138 Minuten aus dem Kino und informiert sich vielleicht darüber, geht in eine Bücherei, geht auf Wikipedia, besorgt sich andere Filme zum Thema, vielleicht einen Dokumentarfilm wie Eric Friedlers „Aghet“. Mein Film kann – wenn überhaupt politisch gedacht – eine Initialzündung für den Zuschauer sein, sich weiter zu informieren. Aber letztlich ist es eine subjektive Geschichte.

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