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Salvatore Tufano von Launenweber
Foto: Rebecca Ramlow

Gedachtes Essen und editierte Gedankenlosigkeit

28. September 2017

Bilinguale Eröffnung: Launenweber Verlag – das Besondere 10/17

Zahlreiche Gäste aus Deutschland und Italien sind am 1. September zu einer Soirée angereist, um bilinguale literarische und kulinarische Häppchen zu erhaschen. Verantwortlich dafür sind sie: Christian Berglar, der u.a. in der italienischen Schweiz studierte, und sein italienischer Counterpart, Projektleiter Salvatore Tufano. Gemeinsam riefen die beiden Literaturbegeisterten Ende 2015 den Neuling ins Leben. Im vergangenen Frühling erschienen die ersten Werke. Launenweber richtet sich an Leser, die in nicht-alltägliche literarische Welten abtauchen möchten.

Was an ihren Buchreihen fasziniert, ist das sehr breite Spektrum: Fiktion Seite an Seite mit Essays garniert mit Kulinarisch-Philosophischem und einer Prise Italienischem. Mit dem perspektivisch ungewöhnlichen Roman „Bessermann“ von Adrian Kasnitz brachte der Zwei-Mann-Verlag im Mai den ersten Band seiner Reihe „LW erzählt“ heraus. Er liefert einen intimen Einblick in den beklemmenden Mikrokosmos eines traumatisierten Kriegsreporters. „LW reloaded“ sortiert alte literarische Perlen neu und möbelt diese modern auf. In Form von schauspielerischen Darbietungen gab es an diesem Abend Appetizer daraus, die Hunger auf mehr machten.

In seiner Reihe „LW essay“ verwebt der Verlag auf gastrosophische Weise Kulinarisches mit Nietzsche. „Philomenü“ ist eine spannende Auseinandersetzung mit dem Thema „Essen und Denken“. Denkt man, wenn man isst? Wer das angesichts der Vorstellung von gedankenloser Völlerei nicht glauben mag, kann anschließend den Essay-Band „Gedankenlosigkeit“ als Nachtisch konsumieren – ein ebenfalls skurriles Randthema. Gemäß der Philosophie „Ich esse, also bin ich“ wurden kulinarische Häppchen gereicht. Als quasi kulturelles Real-Experiment. Christian Berglar und Salvatore Tufano gelang es, eine persönliche Atmosphäre gemischt mit kulturellem Anspruch zu schaffen, und das schien den Besuchern zu schmecken.

Launenweber überrascht – mit Neuem, Altem und Experimentellem: In der Reihe „LW italica“ soll im kommenden Frühjahr ein Portrait über das geheimnisumwobene Phänomen „Elena Ferrante“ editiert werden. Es bleibt spannend. Launenwebers heiße Stücke sind auf der Frankfurter Buchmesse anzutreffen.

Launenweber Verlag | Köln-Braunsfeld | www.launenweber.de

Rebecca Ramlow

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