Gibt es so etwas wie das Anrecht des Menschen auf Sex? Auf nichts Geringeres lief die Diskussion um den damals 25-jährigen Asta Philpot 2007 hinaus. Philpot, der seit seiner Geburt an einer Art von Gelenksteife leidet, kann nur einen kleinen Teil seines Körpers bewegen. Und in einer Welt, die übersättigt ist mit Sexangeboten und -anspielungen, bleibt behinderten Menschen der Zutritt zu einem entscheidenden Teil der Gesellschaft und des Lebens oft verwehrt. Bevormundung ist dabei nur ein Bestandteil des Problems. In den Niederlanden existiert daher eine Gruppe Freiwilliger, die körperlich Behinderten Zugang zu legalen Sexangeboten ermöglicht. Doch fördern solche Initiativen nicht gerade eine Ghettoisierung, indem sie das Recht auf eine Art „Wohltätigkeitssex“ proklamieren, wie sich kritische Stimmen äußern? Nachdem Philpot von einem legalen und barrierefreien spanischen Bordell erfährt, entschließt er sich zu einer Spanien-Reise der anderen Art. Die ungewohnte Erfahrung lässt ihn selbstbewusster und souveräner im Umgang mit Frauen werden. Nur wenig später tritt er die Reise erneut an, in Begleitung zweier weiterer Männer und eines Filmteams: 2007 erscheint die BBC-Dokumentation „For One Night Only“ als non-fiktive Vorlage der Tragikomödie „Hasta la Vista“. Ein wesentlicher Unterschied zwischen Realität und Spielfilm: Während Philpot die Fahrt gemeinsam mit seinen Eltern antrat, reisen die drei Protagonisten aus „Hasta la Vista“ auf eigene Faust. Nur so kann die – eher zweckmäßige – Fahrt auch zu einem Kino-Abenteuer werden.
Hat Ihnen dieser Beitrag gefallen?
Als unabhängiges und kostenloses Medium ohne paywall brauchen wir die Unterstützung unserer Leserinnen und Leser. Wenn Sie unseren verantwortlichen Journalismus finanziell (einmalig oder monatlich) unterstützen möchten, klicken Sie bitte hier.

Vom Gehen und Bleiben
Die Filmstarts der Woche
Deutsche Angst
Geschichte und Gedächtnis – Glosse
Jazz aus Südafrika
Pianist Nduduzo Makhathini mit der WDR Big Band in Köln – Improvisierte Musik in NRW 07/26
Glühender Zorn
„Das Teufelsbuch“ von Asta Olivia Nordenhof – Textwelten 07/26
„Im Augenblick sehe ich keine kritische Masse für eine breite Bewegung“
Teil 1: Interview – Politologe Alexander Gallas über Protest, Streik und Generalstreik
Von Tod und Teufel
„Walpurgisnacht“ in der Kölner Philharmonie – Klassik am Rhein 07/26
Den Banken widersprechen
Island und das Gemeinwohl – Europa-Vorbild Island
Nach wie vor relevant
„Virginia Woolf’s Night & Day“ im Cinenova – Foyer 07/26
Auf sich gestellt
„Wir gehen mal los“ von Raffaella Romagnolo – Literatur 07/26
Von Hexen und Psychiatern
Sinfoniekonzert „Dämonen“ an drei Orten im Ruhrgebiet – Klassik an der Ruhr 07/26
Giftige Hirngespinste
„The blind Owl / Die blinde Eule“ am Theater der Keller – Tanz in NRW 07/26
Gegen den Wohnsinn
Holgers letzte Worte – 07/26
Mehr als einem lieb sein kann
Teil 1: Leitartikel – NS-Erbe: Das Arbeitsrecht unterdrückt politischen Widerstand von Beschäftigten
Kopfzustände
„Two Queens“ am Metropol Theater – Auftritt 07/26
Was uns im Juli erwartet
Das „größte Fest aller Zeiten“, Fußball und Kino – Vorspann 07/26
Stille Hochkaräter
2. Even Flow Festival am Tanzbrunnen – Festival 06/26
Für die ganze Familie
Kostenloses Open-Air-Programm beim „Sommer Köln 2026“ – Prolog 06/26
Schule mit Herz und Humor
„Shrimpie und ich“ von Moni Port und Claudia Weikert – Vorlesung 06/26
Oppositionelle in der DDR
„Bärbel Bohley – Tagebuch einer Auflehnung“ im Filmhaus – Foyer 06/26
Die eigene Karte als Kompass
„Ich mal mir meine Welt“ von Nicola Davies – Vorlesung 06/26
Emotionaler Kraftakt
„Il Trovatore“ an der Düsseldorfer Rheinoper – Oper in NRW 06/26
Die Skyline im Blick
Benjamin Schmid in Düsseldorf – Klassik am Rhein 06/26
Liebe ohne Chancen
„Tancredi“ als queeres Drama an der Kölner Oper – Oper in NRW 06/26
Skulpturen vom Menschen
Louise Stomps im Kollwitz Museum – kunst & gut 06/26
Zwischen Erinnerung und Widerspruch
Lesestunde zu Christa Wolf im Buchladen Sülzburgstraße – Literatur 06/26