Tom Tykwer („Lola rennt“) und Lana & Andy Wachowski („Matrix“): drei Filmemacher, die sich dem Mainstream eigenwillig, poetisch und philosophisch nähern, die im Kino Akzente gesetzt haben und die keine Angst haben vor Größe. Der Roman „Cloud Atlas“ von David Mitchell ist groß. Ein epischer, stilsprengender Episodenroman, der knapp 1000 Jahre umspannt und sechs Schicksale. Gute 160 Minuten gestatten sich die Regisseure, um eine Geschichte zu erzählen über Menschen, die irgendwann zwischen 1849 und 2346 vom Schicksal herausgefordert werden; die sich mutig gegen die Sklaverei stellen, die ihr musisches Talent verteidigen, die als Journalisten Umweltskandale aufdecken. Tom Hanks, Halle Berry, Hugo Weaving, Jim Sturgess, Ben Whishaw und weitere Prominenz verkörpern in diesem Epos bis zu sechs Charaktere, durchwandern gemeinsam in wechselnden Konstellationen die Jahrhunderte und Kontinente, lieben und kämpfen mal mit- und mal gegeneinander. „Cloud Atlas“ (Cinenova, Cinedom, Rex am Ring, Residenz, UCI, Woki Bonn, OmU im Metropolis) ist ein aufregendes cineastisches Erlebnis.
Nach „The Green Wave“ erzählt auch Marc Wieses Dokumentarfilm „Camp 14 - Total Control Zone“ (Filmpalette) unter Einsatz von Trickfilmelementen seine Geschichte. Es ist ein irritierendes Dokument über das Leben des Nordkoreaners Shin Dong-Hyuk. Mit sechs Jahren kommt er in den Gulag, 23 Jahre lang lebt er unter unmenschlichen Bedingungen in dem Arbeitslager, am Ende gelingt ihm die Flucht.
Rolf Schütz wagte Ungeheuerliches: Der Restaurantbesitzer aus der DDR erlaubte sich, Kost fern des Einheitsbreis anzubieten. Genauer: Er stellte seine Küche von Deutschdemokratisch auf Japanisch um. Das Wagnis bescherte ihm Spott – und internationale Anerkennung. Regisseur Carsten Fiebeler strickt daraus ein aberwitziges Drama mit dem Kabarettisten Uwe Steimle in der Hauptrolle. „Sushi in Suhl“ (Rex am Ring) wird in einigen Kinos bereits als Überraschungshit gefeiert.
Zwei mittelalte, vollschlanke Männer, die sich ineinander verlieben, dazu eine demenzkranke Oma: Was nach gut meinendem Sozialdrama klingt, entpuppt sich als brüllend komischer und gleichzeitig zu Herzen gehender Spät-Coming-of-Age-Film. Mit nur 517 Euro Budget zaubert HFF-Potsdam-Absolvent Axel Ranisch in „Dicke Mädchen“ (Filmpalette) pure Kinomagie auf die Leinwand, indem er sich auf das Wesentliche konzentriert: die Lust am Geschichtenerzählen und am intuitiven Spiel.
Außerdem neu in den Kinos: Disneys Tinkerbell-Abenteuer „Das Geheimnis der Feenflügel“ (Cinedom, Metropolis, UCI), das Luftschlacht-Spektakel „Red Tails“ (UCI) und der zünftige 3D-Actioner „Dredd“ (Cinedom, UCI). Dazu starten die türkische Komödie „Oglum Bak git - Junge, zieh Leine“ (OmU im Cinedom) und die Bollywood-Romanze „Solang ich lebe - Jab Tak Hai Jaan“ (OmU im UCI).
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hatte mehr erwartet von dem Film
leider muss ich das sagen. Ich hatte mir mehr von diesem Film versprochen. Nach der Vorankündigung und dem was man online so lesen konnte einschließlich der großzügigen Darstellung der Romanvorlage in Wikipedia. Der Film war nicht schlecht. Aber vom Hocker gerissen hat mich das nicht. Ich glaube, das Thema und der´Stoff hätte viel mehr her gegeben. So war mir das zu sehr Popcorn Kino. Die Schlussszene fand ich grässlich mit Großpapa und Großmama und den tausend Enkelchen. Kitschig und hollywoodmäßig im übelsten Sinn. Schade. Ich hoffe, dass es irgendwann mal ein Remake gibt von jemandem der das wirklich in den Griff kann und dem ganzen die Tiefe gibt die dieser Film verlangt

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