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Anleitung zum Unglücklichsein

Unglück bei Tiffany

26. November 2012

Die Filmstarts der Woche

Kann man im Unglück glücklich sein? Tiffany (Johanna Wokalek) glaubt zumindest nicht an das Glück. Äußerst vorsichtig und abergläubisch tapst sich die Berliner Singlefrau durchs Leben und führt Dialoge mit ihrer verstorbenen, aber allgegenwärtigen Mutter (Iris Berben). Doch schon bald stehen zwei Verehrer (Benjamin Sadler, Itay Tiran) in ihrem Delikatessladen. Sherry Hormann erklärt anhand einer romantisch-verschrobenen Liebesgeschichte die Grundgedanken aus Paul Watzlawicks satirischem Sachbuchbestseller „Anleitung zum Unglücklichsein“ (UCI, Residenz).

Brad Pitt wandelt in „Killing Them Softly“ (Cinenova, Cinedom, UCI, OmU im OFF Broadway) endlich wieder auf den Spuren seines Kultfilms „Snatch - Schweine und Diamanten“. Die dreckig inszenierte Pulp-Ballade über einen absurden Killerkleinkrieg führt ins Jahr 2008. Amerika schlittert in die Wirtschaftskrise, jeder ist auf sich allein gestellt, und aus dem Fernsehen höhnt Präsident Obama: „Wir sind ein Volk.“ Das ist zwei Losern, die unbedacht Spielgeld stehlen, ebenso egal wie dem Killer (Pitt), den man auf sie ansetzt.

Lehrer Germain (gewohnt famos: Fabrice Luchini) ist frustriert von den literarischen Leistungen seiner Schüler. Einzige Ausnahme bildet Claude, der ihn mit einer Fortsetzungsgeschichte beeindruckt. Schon bald verwischen darin Phantasie und Realität. François Ozons „In ihrem Haus“ (Cinenova, Odeon) ist ein großartig gespieltes, hochspannendes und nicht zuletzt ausgesprochen lustiges Drama über Manipulation im Sein und Schein.

Regisseur Andrés Wood erzählt in seinem wundervollen Spielfilm „Violeta Parra“ (OmU in der Filmpalette) vom Leben und Werk der gleichnamigen chilenischen Künstlerin. Kunstvoll ihrem Schaffen ergeben, reist Wood mit ihr aus dem Chile der 1950er Jahre um die Welt, die sie mit ihrer Musik und ihren Bildern beeindruckt. Zugleich wirft er einen eher traurig gefärbten Blick auf ihr Privatleben. Matthew Akers nähert sich in „Marina Abramovic - The Artist Is Present“ (OmU in der Filmpalette) derweil der Welt der serbischen Performance-Künstlerin Abramovic. Anlässlich einer Retrospektive im Museum of Modern Art in New York reflektiert die Künstlerin über die Bedeutung ihrer Profession und die schwebenden Übergänge zwischen Schaffen und Sein.

Freunde des höchst vitalen Independentkinos dürfen sich zudem auf RZAs Martial-Arts-Hommage „The Man with the Iron Fists“ (UCI), „Ruby Sparks - Meine fabelhafte Freundin“ (Cinenova) und Colm Meaney in „Parked - Gestrandet“ (Odeon) freuen.

Außerdem neu in den Kinos: Clint Eastwood in „Back in the Game“ (Cinedom, Rex am Ring, UCI, OV im Metropolis) sowie, jeweils in 3D, das Animationsabenteuer „Die Hüter des Lichts“ (Autokino Porz, Cinedom, Metropolis, Rex am Ring, UCI, OV im Metropolis) und das Schockersequel „Silent Hill: Revelation“ (Cinedom, UCI).

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