Das von der Insolvenz bedrohte Filmhaus muss seinen täglichen Kinobetrieb ab Anfang Oktober einstellen. Bis auf weiteres wird der 99-Platz-Saal nur noch für Festivals und Anmietungen aufgesperrt. Da passt es wie die Faust aufs Auge, dass die Macher der Retroreihe „something weird cinema“ am 28.9. ein Exploitation-Feuerwerk zünden. Ab 20 Uhr rattern fünf Klassiker des Bahnhofskinos durch die 35mm-Projektoren, denen, in bester „Grindhouse“-Manier, je ein Akt fehlt. Macht nichts wäre zuviel gesagt. Aber wer sich noch einmal in die Kinocenter-Tage der siebziger Jahre beamen will, wo Godzilla, Django und Emmanuelle im Wochentakt ein testosterongesteuertes Laufpublikum befriedigten und manch ein Filmverleiher die eingekauften Werke höchst kreativ zerhackte und betitelte, ist hier goldrichtig. Auf den japanischen Monster-Unsinn „Guila - Frankensteins Teufelsei“ (1967, dt. Fassung) folgen Tod V. Mikels' Hexenspuk „Die Blutorgie der Satanstöchter“ (1972, OV) und Francesco Prosperis „Last House“-Kopie „Junge Mädchen zur Liebe gezwungen“ (1978, dt. Fassung). Ab kurz vor Mitternacht gibt es Otto W. Retzers verspäteten Sexreport „Babystrich im Sperrbezirk“ (1983) und Leonard Castles auf einer wahren Geschichte basierenden Schwarzweißthriller „Honeymoon Killers“ (1967, dt. Fassung), über zwei Flitterwöchner im Blutrausch, zu bestaunen.
Die Nacht der verlorenen Akte I Freitag, 28.9. ab 20 Uhr I Filmhaus
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