Marc Wiese studierte zunächst Philosophie, dann Journalistik in Dortmund. Seit 1994 macht er vielfach ausgezeichnete Fernsehdokumentationen. „Camp 14“ ist sein zweiter Langfilm und läuft als Preview am 9. November im Filmforum im Museum Ludwg. Der Filmemacher wird an diesem Abend persönlich anwesend sein.
choices: Herr Wiese, Ihr Film erzählt von dem kaum fassbaren Schicksal des Shin Dong-hyuk in einem nordkoreanischen Lager. Wie sind Sie auf seine Geschichte gestoßen?
Marc Wiese: Ich habe in der Washington Post einen Artikel über Shin gelesen und dachte: Das muss man verfilmen. Mich hat am meisten fasziniert, dass er in diesem Lager geboren wurde und bis er 23 Jahre alt war keine Ahnung hatte, dass die Welt dahinter anders ist. In den Lagern ist es bei Todesstrafe verboten, über das Vorleben draußen zu sprechen. Der ist also wie Kaspar Hauser im Keller aufgewachsen und hatte keine Ahnung von der Welt da draußen. Im Gegensatz zu Nelson Mandela oder anderen fehlte ihm völlig die Idee von Freiheit. Das ist von unserem Vorstellungsvermögen so weit entfernt, dass mich dieses Motiv dazu gebracht hat, den Stoff zu verfilmen.
Camp 14 - Total Control Zone | Fr. 9.11., 19.30 Uhr | Filmforum im Museum Ludwig
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