Die DDR 1982. Cornelis (Alexander Fehling) und Andreas (August Diehl) sind Werftarbeiter und gleichermaßen von der Sehnsucht nach der Weite besessen. Die Stasi offeriert ihnen, Matrosen auf den Weltmeeren zu werden, wenn sie dafür einen Kumpel verraten, der Fluchtpläne schmiedet. Toke Constantin Hebbelns „Wir wollten aufs Meer“ (Cinedom) beginnt mit dokumentarischen Schwarzweiß-Aufnahmen vom geschäftigen Treiben im einzigen Überseehafen der DDR in Rostock, ehe dann die fiktionale, bildgewaltige Geschichte die Leinwand füllt. Aber auch diese farbigen Bilder atmen eine gewisse Authentizität, weil Kameramann Felix Novo de Oliveira sich in der Farbdramaturgie an das alte DDR-ORWO-Filmmaterial anlehnt und Lars Langes Szenenbild diese Stimmung kongenial ergänzt. In diesem Setting entwickelt sich eine spannende Geschichte von Freundschaft, Liebe, Verrat und der in allen Bereichen mitmischenden Staatsmacht.
Regisseur Jan Haft nimmt uns in „Das grüne Wunder - Unser Wald“ (Cinenova) mit auf einen filmischen Waldspaziergang: Tiere und Pflanzen, von Erdhöhlen bis in die Baumgipfel – ein stimmungsvoller Marsch durch Wälder und Wiesen über die Jahreszeiten. Einblicke in den Kreislauf der Natur, die staunen lassen und die Benno Fürmann poetisch und lehrreich kommentiert. Elegant, anmutig, mitreißend inszeniert.
Die Grundschule von Berg Fidel in Münster ist eine offene Schule: In dem integrativen Unterricht lernen Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam. Regisseurin Hella Wenders hat vier Schüler drei Jahre lang begleitet und bietet einen Einblick in den Schulalltag – aus Sicht der Schüler selbst. „Berg Fidel - Eine Schule für alle“ (Odeon) ist eine beeindruckende Doku über eine Vorzeigeeinrichtung, die in der Gesellschaft nur wenig Unterstützung erfährt.
Grigore Velcu und Eudache Calderar, zwei Rumänen, werden 1992 nahe der deutsch-polnischen Grenze von nur einer Kugel erschossen. Der Fall wurde nach halbherzigen Ermittlungen als Jagdunfall ad acta gelegt. Die Dokumentation „Revision“ (Filmpalette) greift den Fall aus Mecklenburg-Vorpommern wieder auf, recherchiert hartnäckig und offenbart ein von latentem Rassismus geprägtes Klima im wiedervereinigten Deutschland, das bis in die Gegenwart reicht.
Osteuropa ist vergleichsweise homophob. Das schlägt sich nicht nur in der Politik, sondern vor allem in alltäglicher Intoleranz nieder. Die Tragikomödie „Parada“ (Filmpalette) plädiert leichthändig und beherzt für Toleranz und Solidarität. Eine Handvoll Homosexuelle planen in Serbien eine Gay-Pride-Parade. Originell kontern sie ihre Gegner aus.
Außerdem neu in den Kinos: Tony Gilroys selbstreferentieller Actionthriller „Das Bourne Vermächtnis“ (Cinedom, Rex am Ring, Residenz, UCI, Woki Bonn, OV im Metropolis), Andrés Baiz' erotischer Psychothriller „Das verborgene Gesicht“ (Cinenova, UCI) und Ingo Raspers bayerisch-sächsischer Schwank „Vatertage - Opa über Nacht“ (Cinedom).
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Das Göring-Prinzip
Die Filmstarts der Woche
Mehr als Existenzsicherung
Teil 1: Lokale Initiativen – Die Attac-AG „Genug für alle“ aus Bonn
Erfolge in dürren Zeiten
7. Circus Dance Festival in Köln – Tanz in NRW 05/26
Kurz frei
Arbeit schläft nie. Auch ihre Jünger nicht – Glosse
Liebe gegen Perfektion
Uraufführung von Sarah Nemtzovs Oper „Wir“ in Dortmund – Oper in NRW 05/26
„Zurücklehnen und staunen“
Kurator Christian Höher über „Origins – Die Schönheit des Lebens“ im Wuppertaler Visiodrom – Interview 05/26
„Das BGE würde eher schaden als nützen“
Teil 1: Interview – Philosoph und Ökonom Birger Priddat über die Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens
Haare zu lang, Röcke zu kurz
„Swinging Cologne“ von Stefan Winges – Textwelten 05/26
Das Phantom der Keller
„Walter Bockmayer. Der andere Millowitsch“ am Theater der Keller – Auftritt 05/26
Vertrauen durch Bildung
Was tatsächlich gegen Arbeitslosigkeit hilft – Europa-Vorbild Dänemark
Altes Thema neu erzählt
„Picture a day like this“ an der Oper Köln – Oper in NRW 05/26
Drei Stimmen, drei Türen zur Lyrik
7. Ausgabe des Festivals Anderland in der Stadtbibliothek – Lesung 05/26
Ein Wonnemonat für Filmfans
Neustarts und Preisverleihungen im Mai – Vorspann 05/26
Kein schöner Zug
Holgers letzte Worte – 05/26
Erst das Vergnügen
Teil 1: Leitartikel – Industriearbeit ist ein Auslaufmodell
„Es geht vor allem um Selbstermächtigung“
Regisseur Markus Schleinzer über „Rose“ – Gespräch zum Film 05/26
Was es bedeutet, ein Mädchen zu sein
„Girls Don’t Cry“ im Odeon – Foyer 04/26
Die Hose als Freiheit
NRW-Premiere von „Rose“ im Düsseldorfer Cinema – Foyer 04/26
Ein Italien der Mythen
Autor Eric Pfeil liest am Comedia Theater aus „Hotel Celentano“ – Lesung 04/26
Reise in die 20er
Pianist Olli Mustonen im VdH-Museum und in der Historischen Stadthalle – Musik 04/26
Meeresbewohner zum Anfassen
„Zusammenstecken und Entdecken: Meerestiere“ von Abigail Wheatley – Vorlesung 04/26
Schweigen, Flucht und Tod
„Einfach das Ende der Welt“ am Theater Bonn – Prolog 04/26
Der Plan des Bösen
„Freischütz“ an der Bonner Oper – Oper in NRW 04/26
Köln als Geburtsstadt des Kinos
Stefanie Wüster-Bludau über die Jubiläumsveranstaltung „Wir feiern 130 Jahre bewegte Bilder“ – Portrait 04/26
Wenn Wände Ohren haben
„Engel des Verschwindens“ von Slobodan Šnajder – Literatur 04/26