Emmanuel Macron ist ein mutiger Mann. Das hat Frankreichs Präsident bewiesen, als er sich Anfang Juni – nach Donald Trumps Bekanntgabe des US-Ausstiegs aus dem Pariser Klimaschutzabkommen – an WissenschaftlerInnen, IngenieurInnen und Co. aus den Vereinigten Staaten wandte, und sie in seine Republik einlud. „Make our planet great again“, wandelte Macron Trumps berühmt-berüchtigten Wahlslogan ab – auf gleichnamiger Website können sich Interessierte über ihren Umzug nach Frankreich informieren. Zugegeben: So mutig wie unsere südwestlichen NachbarInnen präsentierten unsere PolitikerInnen sich kürzlich vielleicht nicht; am 13. Juli aber gab das Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen der französischen Initiative immerhin ein deutschfranzösisches „Fellowship-Programm für Klima-, Energie- und Erdsystemforschung“ bekannt.
Sie müssen kein Profi sein, um unseren Planeten wieder großartig – oder zumindest etwas besser – zu machen. Schritt für Schritt haben Sie Einfluss auf Ihre Umwelt, in Zusammenhang mit unserem Monatsthema VERKEHRT WOHIN? besser gesagt: Kilometer für Kilometer. Wir schauen auf das Auto, und gehen der Frage nach, ob E-Mobilität die Zukunft ist. Mit Technologieforscher JENS SCHIPPL unterhalten wir uns über Carsharing – ist der PKW in eigenem Besitz sinnvoll, wenn er 23 Stunden täglich stillsteht?
Einige Seiten unseres Mittelteils sind in dieser Ausgabe in Kooperation mit der Bochumer Zeitung NEU IN DEUTSCHLAND entstanden, von geflüchteten Frauen und Männern erstellt.
Theaterkritiken gibt’s wegen der Sommerpausen der Häuser diesmal nicht, kritische Auseinandersetzung mit Bühnen dafür schon: Das Kölner Bau-Desaster am OFFENBACHPLATZ ist Beweis für systematische Fehler und symptomatisch für ein öffentliches Klima, in dem wenig gedeihen kann.
Unsere choice of choices ist im August der Neo-Western WESTERN. Ein Trupp deutscher Bauarbeiter soll in Bulgarien ein Wasserkraftwerk bauen, ihr Vorhaben aber steht unter keinem guten Stern. Valeska Grisebach nimmt in ihrem neuen Werk klassische männliche Verhaltensmuster ungewöhnlich und dadurch hyperreal unter die Lupe. Über FINAL PORTRAIT, ein biografisches Drama über den Schweizer Künstler Alberto Giacometti, sprechen wir mit Armie Hammer.
Das Käthe Kollwitz Museum ehrt seine Namensgeberin – und den Bildhauer GUSTAV SEITZ. Am Neumarkt ist die mehrjährige Entwicklung seines Kollwitz-Denkmals von 1961 auf dem Berliner Kollwitzplatz nachverfolgbar, von ersten Annäherungen bis zu Versuchen in Bronze. „Dass Kinder heute auf dem Sockel spielen, und die Figur hochklettern, hätte Gustav Seitz bestimmt gefallen“, meint unser Kunstkritiker Thomas Hirsch. „Und Käthe Kollwitz sowieso.“
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