Der Hypothese von der Altersweisheit steht die des mental unflexiblen, alten Sacks gegenüber. Dieses Klischee widerlegen elf katholische Priester, die Ende Januar 2017 im Dom ihr 50-jähriges Weihejubiläum feiern. Die Alt-67er traten ihr Priesteramt zu einer Zeit an, als sich nicht nur unter Talaren, sondern auch unter den vatikanischen Kutten der Muff von 1000 Jahren zu lüften schien.
Weil es heute aber noch gewaltig müffelt, haben sie einen offenen Brief an Erzbischof Woelki geschrieben. Die konstruktive Kritik kommt rebellisch, aber nicht verbittert daher und fordert u.a. verstärkten Dialog mit Muslimen, Frauen in Weiheämtern und die Lockerung des Zölibats, der bei Priestern im höheren Alter zu „fruchtloser Vereinsamung“ führe. Verbesserungen für eine Zukunft fordern, die man selbst nicht mehr erleben wird? Da zollt sogar die Atheistin Respekt.
Hämischer könnte man aber auch sagen, Augen auf bei der Berufswahl. Für unser Monatsthema WELTFLUCHT sprechen wir zum Schwerpunkt Karriereverweigerung mit Anselm Lenz, Mitbegründer vom Karriereverweigerungszentrum HAUS BARTLEBY, darüber, warum der Ausstieg aus dem kapitalistischen Hamsterrad nicht bedeutet weniger, sondern sinnvoller zu arbeiten.
Lesen Sie weitere Texte zum Thema auch in unseren Partnermedien trailer (Schwerpunkt: Eskapismus – ein Rehabilitierungsversuch; Interview mit Blogger und Ex-Digitalnomade Patrick Hundt) und engels (Schwerpunkt: Eskapismus klassisch in Drogen oder virtuelle Welten; Interview mit Mediensoziologe Florian Muhle).
In Robert Borgmanns Inszenierung von Tschechows IWANOW am Schauspiel ist das kapitalistische System Ursache für eine gesellschaftliche Depression, die hier eine rote Wollmütze trägt. Ebenfalls am Schauspiel inszeniert Autor THOMAS JONIGK Heinrich Bölls berühmten Roman „Ansichten eines Clowns“ und versucht sich mittels grotesker Verzerrung und der Betonung des satirischen Moments, Bölls Interpretation zu nähern. Wir treffen ihn vor der Premiere zum Interview.
Die Frage nach dem Einfluss von Klima und Natur auf unsere Zivilisation stellen die Arbeiten von ULLA BÖNNEN. Für die Schau „There‘s a Silver Lining to Every Cloud” in der artothek fügt sie Skulptur, Fotografie, Collage und Malerei zu Installationen zusammen. GREGOR SCHNEIDER, spätestens seit seinem vereitelten Projekt einer maßstabsgetreuen Kaaba in Venedig 2005 ein politischer Künstler, ist bekannt für Ab-, Wiederaufbau und die Verdopplung von Räumen. Die Bundeskunsthalle Bonn zeigt in der Retro „Wand vor Wand“ bekannte und unbekannte Originalräume aus drei Jahrzehnten.
Politische und religiöse Themen berührt unsere choice of choices THE SALESMAN. Ashgar Farhadi ist sowohl ein klassischer Whodunit-Thriller als auch ein Spiegel der iranischen Gesellschaft gelungen. Mit LOGAN LERMAN sprechen wir im Interview über seine Rolle in der Philip-Roth-Verfilmung „Empörung“. MARIE KREUTZER, Regisseurin der österreichischen Ensemble-Komödie „Was hat uns bloß so ruiniert“, bitten wir zum Gespräch zum Film.
Noch spannender und absurder als die Fiktion ist das, was uns seit 18 Jahren das Dokumentarfilmfestival STRANGER THAN FICTION präsentiert. Vom 27.1. - 8.2. richtet das Programm wieder einen genauen Blick auf Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.
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Das Göring-Prinzip
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Kurz frei
Arbeit schläft nie. Auch ihre Jünger nicht – Glosse
Liebe gegen Perfektion
Uraufführung von Sarah Nemtzovs Oper „Wir“ in Dortmund – Oper in NRW 05/26
„Zurücklehnen und staunen“
Kurator Christian Höher über „Origins – Die Schönheit des Lebens“ im Wuppertaler Visiodrom – Interview 05/26
„Das BGE würde eher schaden als nützen“
Teil 1: Interview – Philosoph und Ökonom Birger Priddat über die Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens
Haare zu lang, Röcke zu kurz
„Swinging Cologne“ von Stefan Winges – Textwelten 05/26
Das Phantom der Keller
„Walter Bockmayer. Der andere Millowitsch“ am Theater der Keller – Auftritt 05/26
Vertrauen durch Bildung
Was tatsächlich gegen Arbeitslosigkeit hilft – Europa-Vorbild Dänemark
Altes Thema neu erzählt
„Picture a day like this“ an der Oper Köln – Oper in NRW 05/26
Drei Stimmen, drei Türen zur Lyrik
7. Ausgabe des Festivals Anderland in der Stadtbibliothek – Lesung 05/26
Ein Wonnemonat für Filmfans
Neustarts und Preisverleihungen im Mai – Vorspann 05/26
Kein schöner Zug
Holgers letzte Worte – 05/26
Erst das Vergnügen
Teil 1: Leitartikel – Industriearbeit ist ein Auslaufmodell
„Es geht vor allem um Selbstermächtigung“
Regisseur Markus Schleinzer über „Rose“ – Gespräch zum Film 05/26
Was es bedeutet, ein Mädchen zu sein
„Girls Don’t Cry“ im Odeon – Foyer 04/26
Die Hose als Freiheit
NRW-Premiere von „Rose“ im Düsseldorfer Cinema – Foyer 04/26
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Autor Eric Pfeil liest am Comedia Theater aus „Hotel Celentano“ – Lesung 04/26
Reise in die 20er
Pianist Olli Mustonen im VdH-Museum und in der Historischen Stadthalle – Musik 04/26
Meeresbewohner zum Anfassen
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Schweigen, Flucht und Tod
„Einfach das Ende der Welt“ am Theater Bonn – Prolog 04/26
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Stefanie Wüster-Bludau über die Jubiläumsveranstaltung „Wir feiern 130 Jahre bewegte Bilder“ – Portrait 04/26
Wenn Wände Ohren haben
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Vier Sinfonien an zwei Abenden in Dortmund – Klassik an der Ruhr 04/26
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„Mit dem Sturm um die Wette rennen“ von Brian Floca und Sydney Smith – Vorlesung 04/26