Saint-Exupéry – Die Geschichte vor dem kleinen Prinzen
Frankreich, Belgien 2024, Laufzeit: 98 Min., FSK 12
Regie: Pablo Agüero
Darsteller: Louis Garrel, Diane Kruger, Vincent Cassel
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Märchenhaftes Fliegerabenteuer
Zwei Himmelhunde
„Saint-Exupéry – Die Geschichte vor dem kleinen Prinzen” von Pablo Agüero
Im 21. Jahrhundert sind wir es gewohnt, dass Textnachrichten innerhalb weniger Sekunden rund um den Globus geschickt werden können und Menschen in den entlegensten Teilen dieser Welt im Handumdrehen erreichen – vorausgesetzt, es ist ein Internetzugang vorhanden. Vor rund einhundert Jahren war das natürlich noch Zukunftsmusik, und in Südamerika gab es Flugunternehmen, die sich auf den Eiltransport wichtiger Briefe spezialisiert hatten und damit die deutlich langsamere Beförderung per Zug auszustechen versuchten. Leitspruch der Aéropostale in Pablo Agüeros („Tanz der Unschuldigen“) neuem, von tatsächlichen Vorkommnissen inspirierten Film „Saint-Exupéry – Die Geschichte vor dem kleinen Prinzen“, lautet dann auch ganz lapidar „Die Post ist wichtiger als das Leben“. Dass die Postpiloten am Rand der argentinischen Alpen tatsächlich immer wieder in tödlicher Gefahr schweben, wird gleich in der Eröffnungsszene des Films deutlich gemacht, als Antoine de Saint-Exupéry (Louis Garrel), der spätere Autor des Klassikers „Der kleine Prinz“, aufgrund eines Unwetters gezwungen ist, seine Maschine höher als vorgesehen in die Luft zu bringen, nur um kurz darauf auf dem Ozean notlanden zu müssen. Helfer in der Not ist sein Mentor und brüderlicher Freund Henri Guillaumet (Vincent Cassel).
Im Hangar der Post-Fluggesellschaft wird darüber hinaus den zahlreichen Piloten gedacht, die auf ihren Luft-Einsätzen ihr Leben verloren haben. Da die Gesellschaft kurz vor dem Bankrott steht, bauen Guillaumet und Saint-Ex eine Maschine um, dass mit ihr auch der Flug über die eigentlich zu hohen Berge der Anden möglich wird. Beim ersten Versuch kommt Guillaumet allerdings nie auf der anderen Seite in Chile an, weswegen sich Saint-Ex mit Unterstützung von Guillaumets Frau Noĕlle (Diane Kruger) auf die Spur seines Freundes begibt, um diesen zu retten. Der Name Antoine de Saint-Exupéry ist auch heute noch weithin bekannt, da das erfolgreichste Buch des französischen Autors (1900-1944), „Der kleine Prinz“, sich nach wie vor großer Beliebtheit erfreut. Dass der Schriftsteller auch ein angesehener Pilot war, ist ebenfalls kein Geheimnis. Mit seinen autobiografischen Schilderungen im Buch „Nachtflug“ feierte er 1930 seinen Durchbruch. Auf diese Erlebnisse stützt sich Pablo Agüeros Film in erster Linie, wenngleich er hier kein Biopic gedreht hat, sondern eine Hommage an den Titelhelden und seine waghalsigen Abenteuer. „Saint-Exupéry“ hat einen durchweg sehr künstlichen Look, der vielleicht ein Stückweit den Einsatz von visuellen Effekten bei den zahlreichen Flugszenen überdecken soll, die nicht immer mit der möglichen Perfektion gestaltet sind. Wenn man sich an die überdeutlichen Farben und die teilweise wie gemalt wirkenden Hintergründe gewöhnt hat, kann man in ihnen aber auch den märchenhaften Ansatz erkennen, der die Parallele zum Werk des Autors herstellt. Auch Bezüge zum „Kleinen Prinzen“ schimmern immer wieder durch und dürften Fans des Klassikers sicherlich gefallen.
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