Der Niederländer Rein Wolfs wird neuer Chef der Bundeskunsthalle. Der 52-Jährige gilt als exzellenter und gut vernetzter Kunstkenner. Noch ist er künstlerischer Leiter der Kunsthalle Fridericianum in Kassel. Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) stellte jetzt den neuen Intendanten in Berlin vor. „Die Bundeskunsthalle ist und bleibt das Flaggschiff der Kultur in Deutschland", sagte er dabei. Die Dualität von aktueller Kunst und kulturgeschichtlichen Ausstellungen solle beibehalten werden. Der Einfluss der Bundesregierung auf das Haus ist groß, rund 16 Millionen Euro stellt sie jedes Jahr zur Verfügung. Soviel bekommt keine andere Einrichtung dieser Art.
Wolfs tritt zum 1. März die Nachfolge Robert Fleck an, der vorzeitig und beileibe nicht freiwillig gehen musste. Der ehemalige Intendant der Hamburger Deichtorhallen und jetzige Professor an der Kunstakademie Düsseldorf war wegen der ursprünglich als Retrospektive geplanten Anselm Kiefer-Ausstellung, die dann aber ausschließlich mit Werken aus der Privatsammlung des Duisburger Kunstmäzens Hans Grothes ausgestattet war, in die Kritik geraten. Gleichzeitig herrschte auch Unmut über Walter Smerling, Vorstandsvorsitzender der Stiftung für Kunst und Kultur e.V.in Bonn, der nicht nur die Kiefer-Schau mitkuratiert hatte, sondern gleichzeitig im privaten Küppersmühle Museum in Duisburg Anselm Kiefer ausstellte.
Für Wolfs ist die Bundeskunsthalle ein Haus mit der Sicherheit eines Museums und mit der Dynamik einer Kunsthalle. Der studiert Kunstgeschichtler, der 2003 bei der Biennale in Venedig auch den niederländischen Pavillon gestaltete, will in erster Linie die kommenden Ausstellungen in Bonn selbst organisieren und nicht, wie bisher geschehen, im großen Stil einkaufen. Er sieht in der Bundeskunsthalle immer noch eine wichtige bundesweit bedeutsame Einrichtung mit gesellschaftspolitischer Verantwortung. Im Interview mit dem Deutschlandradio sagte er: „Eine in 21 Jahren historisch gewachsene Bundeskunsthalle in der ehemaligen Bundeshauptstadt kann diese Aufgabe auch in Zukunft überzeugend wahrnehmen“. Einen Rückzug der Bundesregierung und damit die Umlenkung der Mittel von Bonn nach Berlin schloss auch der Kulturstaatsminister aus: „Das bleibt so".
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