Kinokalender
Mo Di Mi Do Fr Sa So
31 1 2 3 4 5 6
7 8 9 10 11 12 13

12.675 Beiträge zu
3.887 Filmen im Forum

Barbara Weber-Eisenmann
Foto: Fischer Sauerländer Verlag/© Privat

Übergänge leicht gemacht

18. November 2024

„Tschüss und Kuss“ von Barbara Weber-Eisenmann – Vorlesung 11/24

Von der KiTa in die Grundschule, vom Haus in die Wohnung, von der einen Stadt ins andere Land: Veränderungen, Abschiede und Neuanfänge sind nicht immer leicht, besonders für die Kleinsten der Gesellschaft. Mit ihrem im Herbst erschienenen Sachbilderbuch „Tschüss und Kuss – Was kleine und große Abschiede leichter macht“ (Fischer Sauerländer) erklärt Autorin und Diplom-Sozialpädagogin Barbara Weber-Eisenmann, wie man Übergangssituationen am besten meistert. Auf 40 Seiten gibt sie Leser:innen ab 4 Jahren sowie Erziehenden erzählerisch praktische Ideen und wertvolle Tipps, mit deren Hilfe Abschiede und Veränderungen leichter erlebt werden können.

Ob am Flughafen, bei einer Verabredung zum Spielen, oder wenn Oma und Opa wieder nach Hause gehen – so bedeutungslos die vermeintlich kleinsten und oft nur vorübergehenden Trennungen erscheinen mögen, für Kinder sind sie häufig schwer. Sich zu verabschieden, löst die verschiedensten Gefühle in ihnen aus. Dabei kann es sich um die Schaukel auf dem Spielplatz handeln oder um den Feuerkäfer, den man draußen im Gras entdeckt. Barbara Weber-Eisenmanns Kinderbuch zeigt, dass jedes Gefühl seine Daseinsberechtigung hat und gehört werden will. Ein gemeinsam auf die Hand gemaltes Herz, Einschlafrituale, Freundschaftsarmbänder, offene Kommunikation und das Mitteilen und Spüren von Gefühlen finden sich unter den Beispielen, die die Augsburger Autorin als Bewältigungsstrategien im Umgang mit Abschieden auflistet. Mithilfe von Kurzgeschichten, die alltägliche oder aber sich verändernde Lebenssituationen diverser Figuren und Familienmodelle erzählen, werden Fragen beantwortet und neue gestellt. So ist das Buch ideal zum gemeinsamen und interaktiven Lesen geeignet – auch wird erklärt, wie man „Tschüss“ und „Hallo“ in anderen Sprachen sagt.

Die Farbillustrationen von Katharina Bertram geben dem Buch einen fröhlichen Charakter und lockern das Thema des Abschiednehmens auf, sodass es als etwas Natürliches und weniger als etwas Unangenehmes gelesen werden kann. Vertrautheit – ob durch Umgebung, Mensch oder Tier, ist zwar schön, aber neue Dinge bringen Chancen zum Wachsen mit sich, Begegnungen und Abenteuer. Abgeschlossen wird das Buch mit zwei Doppelseiten zum Thema Wiedersehen und Zeitgefühl, wodurch die Erzählungen thematisch schön abgerundet werden und Zuversicht vermittelt wird. Tröstend und ermutigend gibt die Autorin Ratschläge an ihre jungen Leser:innen. Das Buch würde sich gut zum gemeinsamen Besprechen im pädagogischen Rahmen eignen, da es durch seine Beispielvielfalt und die kindgerechten Fragestellungen ein breites Identifikations- sowie Gesprächspotenzial bietet.

Barbara Weber-Eisenmann: Tschüss und Kuss | Fischer Sauerländer Verlag | ab 4 Jahren | 40 S. | 15,90 €

Daphne Koch

Hat Ihnen dieser Beitrag gefallen?
Als unabhängiges und kostenloses Medium ohne paywall brauchen wir die Unterstützung unserer Leserinnen und Leser. Wenn Sie unseren verantwortlichen Journalismus finanziell (einmalig oder monatlich) unterstützen möchten, klicken Sie bitte hier.

Neue Kinofilme

Das gewisse Etwas

Lesen Sie dazu auch:

Mauer des Schweigens
„Eine einfache Wahrheit“ von Corinna Krenzer – Literatur 09/26

Orgasmus in der Küche
„Auf den Bildern“ von Annie Ernaux und Marc Marie – Textwelten 09/26

Winzer, Hexen, Kommunisten
Bücherfest im Bürgerhaus Stollwerck

Mysteriöse Tonbänder
Norbert Scheuer liest in Bonn

Von Generation zu Generation
Miriam Carbe im Literaturhaus Köln

Romeo und Julia als Aliens
Theaterlesung am Comedia Köln

Schmerzhafter Kinderwunsch
Eva Hegge liest im King Georg

Verglimmende Hoffnung
„Zündhölzer“ von Yevgenia Belorusets – Literatur 08/26

Das Unaussprechliche des Familienlebens
„Vertraute Gespenster“ von Anna Ruchat – Textwelten 08/26

Dem Tod abgerungen
„Eddos goldenes Lächeln“ von Stella Gaitano – Literatur 07/26

Auf sich gestellt
„Wir gehen mal los“ von Raffaella Romagnolo – Literatur 07/26

Die eigene Karte als Kompass
„Ich mal mir meine Welt“ von Nicola Davies – Vorlesung 06/26

Zwischen Erinnerung und Widerspruch
Lesestunde zu Christa Wolf im Buchladen Sülzburgstraße – Literatur 06/26

Kalter Krieg im Ruhrpott
„Weiße Westen, schwarze Nächte“ von Sabine Hofmann – Literatur 06/26

Lockendes Spiel
„Leichter Wahnsinn“ von Emy Koopman – Textwelten 06/26

Literatur.